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Düngerlagerung soll Renaturierung finanzieren

FLEGESSEN. Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange zur Frage der Nachnutzung des ehemaligen Nato-Tanklagers zwischen Flegessen und Unsen ist abgeschlossen. Erste Stellungnahmen liegen der Hamelner Stadtverwaltung bereits vor – allerdings nicht von den Nachbarn aus Bad Münder.

Die Tanklager der Nato-Station liegen versteckt im Waldgebiet. Das Gelände gehört der Forstgenossenschaft Hilligsfeld, die in den Kerosin-Tanks künftig Flüssigdünger lagern lassen will. Foto: Rathmann

Autor:

Jens Rathmann und Philipp Killmann

Die mündersche Verwaltung ist im Verfahren bislang weder offiziell informiert noch um Stellungnahme gebeten worden. Das bestätigte Fachdienstleiterin Anika John gestern auf Nachfrage dieser Zeitung. Sie erklärte aber auch, dass die Stadtverwaltung die Entwicklung an der Stadtgrenze sehr aufmerksam beobachte, da es unter anderem auch ein Wasserschutzgebiet gehe, das für Bad Münder von Bedeutung sei.

Seit Bekanntwerden der Pläne der Forstgenossenschaft Hilligsfeld, das ehemalige Tanklager der Nato einer neuen Nutzung zuzuführen und so langfristig den Rückbau der Anlagen zu finanzieren, regt sich am Süntelrand Protest gegen das Vorhaben. Insbesondere der Umstand, dass das Areal an ein Unternehmen vermietet werden soll, das dort Flüssigdünger lagern will, beunruhigt viele Einwohner der angrenzenden Dörfer. Der Ortsrat Sünteltal ist partout dagegen und befürchtet Beeinträchtigungen der Lebensqualität.

Die in der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit eingegangenen Stellungnahmen hat das Planungsbüro Flaspöhler abgewogen und daraus Empfehlungen an die Stadtverwaltung abgeleitet. Die sollten ursprünglich gestern im Ausschuss für Stadtentwicklung beraten werden. Da sich in Hameln aber nach der Kommunalwahl noch keine Ausschüsse gebildet haben, befasst sich nun der Verwaltungsausschuss am Mittwoch, 30. November, mit der Angelegenheit. Zwei Wochen später hat dann der Ortsrat Sünteltal erneut Gelegenheit, Stellung zu beziehen.

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Hier Auszüge aus den Forderungen der Behörden und der Antworten auf Fragen der Bürger:

Untere Wasserbehörde:

Es muss nachgewiesen werden, dass die vier Tanks für die Einlagerung von Flüssigdünger geeignet sind.

Für den Fall einer Havarie, bei der Flüssigdünger austreten kann, ist ein Rückhalteraum vorzuhalten.

Anfallendes Abwasser muss ordnungsgemäß entsorgt werden. Ein Kanalsystem dafür gibt es nicht. Das Abwasser muss sicher gesammelt und abtransportiert werden.

Untere Naturschutzbehörde:

Die Tanks sollen höchstens 20 Jahre lang genutzt werden. Bereits im Laufe dieser Zeitspanne soll mit dem Rückbau der Anlage begonnen und das Gelände zum Naturschutzgebiet umgewandelt werden.

Untere Bodenschutzbehörde/Untere Abfallbehörde:

Unterirdische Leitungen sollen nicht wieder in Betrieb genommen werden.

Bürgerfragen:

Wieso ist eine Renaturierung des Geländes nur durch die Nutzung des Lagers für Flüssigdünger möglich? Die Renaturierung kann von der Forstgenossenschaft nur finanziert werden, wenn sie zuvor die dafür nötigen Mittel erwirtschaftet. Für diesen Zweck sollen die Tanks zur Einlagerung von Flüssigdünger an die Bollmer Umwelt GmbH vermietet werden.

Mit wie viel zusätzlicher Verkehrsbelastung durch den Transport des Flüssigdüngers ist zu rechnen? – Die Verkehrsbelastung wird ermittelt.

Sind negative Auswirkungen auf Natur, Familienleben und Tourismus zu erwarten? Im Gegenteil: Die vorübergehende Nutzung des Tanklagers ist die Voraussetzung für die anschließende Renaturierung.

Wieso finanziert die Forstgenossenschaft den Rückbau nicht mit ihrem Holzverkauf? Dafür besteht kein sachlicher oder rechtlicher Grund. Zumal die Forstgenossenschaft nicht verpflichtet ist, die Anlage zurückzubauen.

Reichen die Mieteinnahmen aus, um die etwa 330 000 Euro teure Renaturierung zu finanzieren? Der Umfang des Rückbaus und die damit verbundenen Kosten müssen im städtebaulichen Vertrag zwischen Forstgenossenschaft und Stadt festgeschrieben werden.



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