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18 Monate Jugendhaft für Stadthäger

Drogenhändler schlägt auf Polizisten ein

Stadthagen/Bückeburg (ly). Seine kriminelle Vergangenheit hat einen Stadthäger (21) eingeholt. Weil er immer wieder rückfällig geworden war, hat die 1. Große Jugendkammer am Bückeburger Landgericht den Drogenhändler jetzt in einem Berufungsverfahren zu 18 Monaten Jugendhaft verurteilt und damit eine vorausgegangene Entscheidung aus Stadthagen bestätigt. Irgendwannist einmal Schluss.

Zwei Jugendarreste aus früheren Verurteilungen hätten keine Wirkung gezeigt, erklärte die Vorsitzende Richterin Birgit Brüninghaus. Und 18 Tage Untersuchungshaft im Vorfeld des Prozesses seien zu kurz gewesen, um auf den Angeklagten einzuwirken. "Nun ist ein drastischer Einschnitt erforderlich'', so Brüninghaus. Im jüngsten Verfahren waren drei Anklagen zusammengefasst worden. Etwa ein Jahr lang hatte der Hilfsarbeiter in nachweislich 17 Fällen mit kleineren Mengen Marihuana gehandelt, einer sogenannten "weichen'' Droge. Dass er zu Gewalt neigt, hat der 21-Jährige im Oktober vergangenen Jahres in Hannover bewiesen. Bei einer Personenkontrolle durch Zivilbeamte der Polizei schlug der Stadthäger mit einem Nietengürtel auf einen Ordnungshüter ein. Weil der Polizist reaktionsschnell den Arm hob, konnte er eine womöglich üble Verletzung am Kopf verhindern, erlitt aber Prellungen und Schürfwunden. Auf der anschließenden Flucht zu Fuß warf der Täter, der in Begleitung von ebenfalls pöbelnden Freunden war, mit einem Werbeschild um sich. Fast schon ein Bagatelldelikt ist dagegen der Diebstahl eines Deodorants für 3,59 Euro aus einem Stadthäger Drogeriemarkt. Unterm Strich war all' dies zusammen gewerbsmäßiger Drogenhandel, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie Diebstahl geringwertiger Sachen. In das Urteil wurde eine frühere Verurteilung einbezogen. Vorstrafen hat der Angeklagte reichlich, obendrein ist er mehrfacher Bewährungsversager. "Gegen ihn sind 35 Verfahren gelaufen, eine ganz schöne Zahl'', erinnerte Staatsanwalt André Lüth. "Die Straftaten kann ich nicht wegreden'', räumte Verteidiger Dominic Grimm ein, wies aber gleichzeitig daraufhin hin, dass sein Mandant eine Ausbildungsstelle hat: "Über dieArbeit definiert sich der Mensch. Dieses zarte Pflänzchen sollten wir nicht zertreten.'' In der Vergangenheit habe der Angeklagte "sehr viel Milde und Gnade erfahren'', erklärte Richterin Brüninghaus. Fünfmal sei von einer Verurteilung abgesehen worden, in vier weiteren Fällen hätten Gerichte dem jungen Mann gemeinnützige Arbeit auferlegt. Hinzu kamen Geld- und Bewährungsstrafen. Persönlich hatte die Kammer übrigens "einen positiven Eindruck'' von dem Stadthäger. "Aber das ist nur ein kurzer, temporärer Eindruck.'' Bei Bewährung sei ein weiterer Rückfall zu befürchten - deshalb Haft.




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