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Einrichtung hat sich mehr als bewährt / Jugendrotkreuz-Gruppe kommt - es wird eng / Wo gibt es neue Räume?

DRK-Tafel: In einem Jahr eine ganze Kleinstadt versorgt

Obernkirchen (sig). "Butter und Milch gehören zu den raren Produkten, ebenso Kaffee, Mehl und Zucker, und auch Obst und Gemüse könnten wir durchaus mehr gebrauchen." Das sagte Michaela Hinse unserer Zeitung im DRK-Heim in der Beeker Straße. Sie bezog sich in diesem Fall nicht auf die allgemeine wirtschaftliche Lage, sondern auf die Versorgung der Ausgabestelle für die sozial schwachen Familien im Raum Obernkirchen, die in einem Jahr von rund 4000 Menschen in Anspruch genommen wurde.

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Michaela Hinse ist zuständig für diese Einrichtungen in Bad Nenndorf, Stadthagen, Rinteln und in der Bergstadt. Sie sorgt dafür, dass diese "Tafeln" so viele Lebensmittel wie möglich erhalten. Gespendet werden sie von großen Discountmärkten im heimischen Raum. Inzwischen gibt es auch auf höchster Ebene Verhandlungen mit der Aldi-Gruppe Nord. "Es wäre schön, wenn auch sie mitziehen würde, wie das die Südgruppe bereits macht", erklärte Michaela Hinse. In der Zwischenzeit gibt es auch bereits kleinere Einzelhändler, die diese Aktion unterstützen. Zum Beispiel die Bäckerei Stummeyer in Lauenau. "Wir tauschen durchaus auch Überhänge an Waren mit anderen Ausgabestellen aus, die sich in Hausberge, Barsinghausen und Wunstorf befinden", ergänzte Hinse. So habe man zum Beispiel 29 Paletten Weihnachtsgebäck von Bahlsen untereinander aufgeteilt. Bei zwei Ausgabenachmittagen in jeder Woche kommt, aufs Jahr hochgerechnet, die stattliche Summe von rund 4000 hilfsbedürftigen Abnehmern zusammen. Rechnet man, dass sie im Durchschnitt eine dreiköpfige Familie versorgen, dann haben 12 000 Menschen davon gelebt. Das entspricht der Einwohnerzahl einer Kleinstadt, die immerhin größer als Obernkirchen ist. Weil es fast auf den Tag genau ein Jahr her ist, dass die Ausgabestelle in der Bergstadt ins Leben gerufen wurde, hatte der DRK-Ortsverein zu einem "Tag der offenen Tür" eingeladen. Es waren nicht übermäßig viele Bürger, die Interesse an dieser Informationsmöglichkeit zeigten. Aber immerhin kamen Bürgermeister Oliver Schäfer und der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Eckhard Ilsemann, sowie einige Mitglieder des DRK-Ortsvereins. Dieter Horstmeyer, der Obernkirchener DRK-Chef, nutzte die Gelegenheit, um den Gästen über die positive Entwicklung der örtlichen "Tafel" zu berichten. Auch an diesem Tag waren an die 40 Personen gekommen, die sich mit Lebensmitteln eindeckten. Die Reihenfolge wurde vorher ausgelost. Erschienen waren Empfänger von Hartz IV, von Sozialhilfe, geringfügig Verdienende und Kleinrentner. Es ist nicht zu übersehen, dass immer mehr Menschen mit immer weniger Geld auskommen müssen. Für viele ist es nicht ganz einfach, dann den Weg zu einer "Tafel" zu finden, um sich und ihre Familie mit dem Nötigsten zu versorgen. "Daran zeigt sich, wie richtig es war, dass wir nicht lange gezögert haben mit dem Einrichten dieser Ausgabestelle", betonte Horstmeyer. Man habe damals das eigene Lager ausräumen müssen und Feldbetten bei der Feuerwehr untergebracht. Natürlich wäre es schöner gewesen, man hätte in das städtische Gebäude in der Langen Straße Nr. 10 einziehen können. Aber die Entscheidung der Polizei über den Wechsel von der Rathenaustraße dorthin zögere sich leider immer noch hinaus. Das sei für das DRK zu lange gewesen. Trotzdem gibt der DRK-Vorstand die Hoffnung nicht auf, dass eine solche Lösung noch zustande kommt. Sie wird immer zwingender, weil die Gründung einer neuen Gruppe des Jugendrotkreuzes unmittelbar bevorsteht, und dann wird es in dem kleinen DRK-Heim noch enger. Außerdem befasst sich der Vorstand damit, noch einen dritten Öffnungstag einzuführen. Bürgermeister Oliver Schäfer sagte, die Stadt wisse die Bedeutung der humanitären Hilfe richtig einzuschätzen. Auch sie hoffe, dass bald besser geeignete Räumlichkeiten gefunden werden und das DRK dann sein Heim wieder voll für seine weitere Arbeit nutzen könne. Dazu gehören Schulungen, die Jugendarbeit und sonstige Dienstabende.



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