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Verzweifelte Vorstandssuche bis zum 31. März / Frauenfrühstück am 28. März

DRK Reinerbeck unter Druck

Reinerbeck. Die 1. Vorsitzende Vera Jürgens des DRK-Ortsvereins Reinerbeck hatte es bereits vor Jahresfrist angekündigt und an der Adventsfeier im Dezember sowie an der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Januar wiederholt: An der diesjährigen Jahreshauptversammlung am 10. Februar endet die Wahlperiode für den gesamten DRK-Ortsvereinsvorstand und er stellt sich nicht wieder zur Wahl. Was viele der 62 DRK-Mitglieder offenbar noch nicht so recht geglaubt hatten, trat ein: Plötzlich hatte der bisher so rührige DRK-Orts verein keinen Vorstand mehr – die anwesenden 36 Mitglieder waren ratlos. In der anschließenden mehr als einstündigenund durchaus sachlich und frei von Emotionen ablaufenden Diskussion und Beratung kam man der Lösung des Problems keinen Schritt näher. Die überwiegend älteren DRK-Mitglieder, fast ausschließlich Frauen, fühlen sich den Erfordernissen der heutigen Vorstandsarbeit nicht mehr gewachsen und den jüngerenfehlt infolge der Belastungen durch Kindererziehung und Beruf ganz einfach die Zeit. Auch Vorstandsvorsitzender Martin Skorupski vom DRK-Kreisverband vermochte keinen Weg aus der Krise aufzuzeigen – sein Vorschlag, die Vorstandsarbeit zur Entlastung der 1. Vorsitzenden auf mehrere Schultern zu verteilen, löste beim bisherigen Vorstand nur Zweifel am Gelingen aus. „Wir haben im abgelaufenen Jahr 2014 immerhin 954 Stunden ehrenamtlicher Arbeit geleistet“, so die bisherige 1. Vorsitzende Vera Jürgens, und Schriftführerin Waltraut Stascheit verwies im Jahresbericht 2014 auf die Aktivitäten wie Haussammlung, Blutspenden, Frauen- und Männerfrühstück, Seniorenbetreuung, Krankenbesuche, Ostereiersuchen, Laternenfest (beides für Kinder), Kaffeefahrt, Gratulationen zu hohen Geburtstagen, Besichtigungen, Kuchenbuffet an Vereinsjubiläen, Spende an den Kreisverband, gemütlicher Abend, Adventsfeier für das ganze Dorf und vieles mehr. DRK-Vorstandsvorsitzender Martin Skorupski versuchte erneut, Argumente zu finden, den Reinerbecker DRK-Ortsverein am Leben zu erhalten, Aktivitäten „abzuspecken“ – es war vergebens, zumindest an diesem Abend:Für die Vorstandsarbeit stellte sich niemand zur Verfügung.Und so ließ die bisherige 1. Vorsitzende Vera Jürgens abstimmen, ob der Reinerbecker DRK-Ortsverein noch bestehen bleiben solle. Zwar stimmten von den 36 Anwesenden 33 mit „Ja“ bei drei Nein-Stimmen – doch auch jetzt scheiterte alles wieder daran, dass niemand Vorstandsposten übernehmen wollte. Als letztes Entgegenkommen erklärte sich die bisherige 1. Vorsitzende Vera Jürgens – übrigens seit zwölf Jahren im Amt – mit ihrem Vorstand bereit, noch bis zum 31. März dieses Jahres mit ihrem Vorstand im Amt zu bleiben. Sie rief aber die Versammlung erneut zur Abstimmung auf, dieses Mal „Auflösung des DRK-Ortsvereins Reinerbeck, wenn sich bis zum 31. März kein neuer Vorstand gefunden hat“. Nun gab es keine Diskussion mehr – die Versammlung stimmte für diesen Fall einstimmig der Auflösung zu, nachdem zuvor keine Bereitschaftfestgestellt worden war, sich den DRK-Ortsvereinen Reher und Aerzen anzuschließen. Sofern das aber doch noch einzelne Mitglieder wünschten, bittet Vera Jürgens um entsprechende Nachricht. Abschließend führte sie der Versammlung noch einmal deutlichvor Augen: „Sollte sich auch jetzt kein neuer Vorstand finden, so gibt es nach der DRK-Auflösung ab dem 1. April 2015in Reinerbeck/Reine keine Seniorenbetreuung, keine Krankenbesuche, keine Veranstaltungen für kleine Kinder, keine Besuche zu hohen Geburtstagen und zum Weihnachtsfest und auch keine Adventsfeier für das ganze Dorf mehr.“ Diesen eindringlichen Worten bleibt nur hinzuzufügen: „Sollte es am 31. März 2015 nach 44 mit viel Leben erfüllten Jahren zur Auflösung des DRK-Ortsvereins Reinerbeck kommen,dann stirbt nicht nur der Verein, sondern auch ein Stück der Reinerbecker Dorfgemeinschaft.“

Autor:

VON WILLI JÜRGENS

Vera Jürgens zeichnete langjährige DRK-Mitglieder mit Ehrennadel und Urkunde aus. In Anwesenheit des Vorstandsvorsitzenden Martin Skorupski vom DRK-Kreisverband wurden Anneliese Knoop für 40 Jahre DRK-Mitgliedschaft und Inge Stuckenbrock für 25 Jahre geehrt. Neben Dankesworten erhielten beide einen Blumenstrauß. Zuvor hatte Schriftführerin Waltraut Stascheit die einzelnen Aktivitäten im Jahre 2014 herausgestellt. Hieran schloss sich der Kassenbericht der 2. Vorsitzenden und Schatzmeisterin Christa Jürgens nahtlos an – es gab keinerlei Beanstandungen.

Derzeit zählt der DRK-Ortsverein Reinerbeck 62 Mitglieder, von denen 36 zur Jahreshauptversammlung erschienen waren. Vera Jürgenslud alle Frauen von Reinerbeck und Reine zum nächsten Frauenfrühstück ein, das am 28. März im Dorfgemeinschaftshaus stattfinden wird – parallel dazu findet auch ein kleiner Flohmarkt statt.



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