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Neukalkulation nach Ratsbeschluss: Urnengräber werden deutlich teurer, Erdbestattungen günstiger

Drehen an der Friedhofsgebühren-Schraube

Bad Münder (jhr). Die letzte Ruhe wird in Bad Münder in einigen Bereichen deutlich teurer: Die Stadt hat jetzt die vom Rat beschlossene Neukalkulation der Friedhofsgebühren vorgestellt – insbesondere für Urnengräber werden die Gebühren kräftig angezogen.

Urnengräber werden in Zukunft deutlich teurer.  Foto. jhr

Das Problem der Stadt mit ihren Friedhofsgebühren: Das Kommunalabgabengesetz schreibt vor, dass sie kostendeckend sein sollen. Bislang scheute die Politik vor einer drastischen Anhebung zurück, doch angesichts der Haushaltssituation fiel im vergangenen Dezember auch dieses Tabu: Bislang betrug der Kostendeckungsgrad 66 Prozent, angehoben werden soll er auf rund 90 Prozent. Für die Kalkulation holte sich die Stadt die Experten der Kommunalentwicklungsgesellschaft Schneider und Zajontz ins Boot.

Zu berücksichtigen hatten die Experten bei der Neuberechnung, dass sich das Bestattungsverhalten in den vergangenen Jahren massiv geändert hat. Registrierte die Verwaltung in den Jahren 1990 bis 1994 jährlich rund 215 Erdbegräbnisse und 13 Urnenbestattungen, hatte sich dieses Verhältnis im vergangenen Jahr nahezu ins Gegenteil verkehrt: 70 Erdbestattungen standen 110 Urnenbestattungen gegenüber. Verstärkt werden auch Rasengräber in Anspruch genommen, die aber für die Stadt einen deutlich höheren Pflegeaufwand und damit höhere Kosten bedeuten.

Die größte prozentuale Erhöhung ergibt sich nach dem jetzt vorgestellten Gebührenmodell für eine Urnenbestattung in einem Reihengrab – sie beträgt rund 95 Prozent. Für die Grabstelle werden 362 statt bisher 133 Euro fällig, für die Bestattung 316 statt bisher 104 Euro, 90 statt bisher 30 Euro fallen für die Nutzung der Leichenhalle an, 70 (bisher 67) Euro für die Kühlung und 230 (bisher 212) für die Kapellennutzung.

Insgesamt günstiger werden die Erdbestattungen, beispielsweise im Fall einer Erdbestattung im Reihengrab um rund 16,5 Prozent. Für die Grabstelle fallen 348 (bisher 252) Euro an, für die Bestattung 489 (bisher 908) Euro, die anderen Kosten sind identisch mit denen einer Urnenbestattung.

Im Vergleich zu Nachbarstädten bewegt sich Bad Münder mit den neuen Gebührensätzen noch unter dem Niveau von Springe, Hameln oder Hessisch Oldendorf, allerdings sind die Zahlen nicht in allen Fällen vergleichbar, da für andere Friedhöfe häufig andere Liegezeiten zugrunde gelegt werden. Die Mitglieder des Finanzausschusses stimmten dem vorgestellten Modell geschlossen zu.

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