weather-image
25°
Landtagsabgeordneter bei "Simon Glas" zu Besuch / 1300 Einheiten pro Tag / Bückeburg bald Standort der Zentrale?

Dr. Runkel: Man kann mehr aus der Scheibe herausholen

Bückeburg (bus). Eine Novität namens "Vetrolani", technische Details der Glasverarbeitung sowie Fragestellungen mit politischem Hintergrund haben einen Besuch des Landtagsabgeordneten Dr. Joachim Runkel (CDU) bei der zur Kölling-Gruppe gehörenden Firma "Simon Glas" dominiert. Der Gast, von Beruf Maschinenbauingenieur, fasste seine Eindrücke hinsichtlich des Entwicklungspotentials der spröden Materie mit der Erkenntnis zusammen: "Man kann mehr aus der Scheibe herausholen."

Dieter Kölling (links) erläutert Dr. Joachim Runkel technische D

Ein Muster dieses Potenzials stellte Firmenchef Dieter Kölling mit "Vetrolani" vor. Dabei handelt es sich um mehrere fest miteinander verbundene Gläser und Folien, die die Fachwelt durch eine enorme Widerstandskraft beeindrucken. Das Produkt kann zusätzlich mit keramischem Siebdruck, rutschhemmender Bedruckung und Schmelzglas verarbeitet werden, was den Einsatz als "begehbare" Verglasung als Böden, Treppen oder Podesten ermöglicht. Weiterer Clou: Die Einbringung von beispielsweise Fotodrucken, Edelstahlgewebe oder Textilien kann den Glasdekoren zusätzliche Eleganz verleihen. Kölling: "Dadurch ergeben sich innovative Einsatzmöglichkeiten inder privaten und geschäftlichen Innenraumausstattung." Der Inhaber verdeutlichte die Bedeutung des Bückeburger Unternehmens mit Zahlen aus der Produktion. Die etwa 60 Mitarbeiter von Simon Glas bewältigen pro Tag zwischen 40 und 60 Tonnen Rohmaterial; täglich verlassen rund 1300 Isolierglaseinheiten das Firmengelände. Kölling deutete an, dass der Standort Bückeburg zukünftig eine Aufwertung erfahren könne. Auf lange Sicht sei geplant, die Zentrale des Sicherheitsglasbereichs auf dem am Hasengarten gelegenen Areal zu installieren. Runkel sprach sich in diesem Zusammenhang gegen staatliche Subventionierung aus. Mitöffentlichem Geld sollte zuvorderst die Entwicklung neuer Technologien unterstützt werden. "Bei Standorten bringt uns das nicht weiter", sagte der Abgeordnete. Auf Köllings Klage, dass sich von monatlich 160 000 Euro Lohnkosten am Ende nur etwa die Hälfte im Portemonnaie der Arbeitnehmer wiederfinde, konterte der Besucher mit der jüngst in Berlin beschlossenen Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung. Das soll nach offizieller Lesart ein Plusim Geldbeutel der Arbeitnehmer von mehr als 400 Euro pro Jahr ausmachen. Runkel stellte in Aussicht, zwei weitere Kritikpunkte des Gastgebers aufzunehmen. Kölling monierte, dass in Niedersachsen, anders als zum Beispiel in Brandenburg, keine Ausbildung zum Glasmechaniker möglich sei. Die Gruppe (insgesamt etwa 350 Beschäftigte, davon durchschnittlich 20 Azubis) sei dringend auf qualifiziertes Personal angewiesen. Die zweite kritische Anmerkung zielte Richtung Landkreis. In Stadthagen war die Aufstellung eines Hinweisschildes abschlägig beschieden worden. "Ich werde mich darum kümmern", gab Runkel zu verstehen, der den Firmensitz ohne Schwierigkeiten gefunden hatte.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare