weather-image
Bückeburger Mittagsgespräch zum Thema "Klimawandel - Ursachen und Antworten für die Zukunft"

Dr. Quante: "Wir können was hinkriegen"

Bückeburg (bus). Um "Klimawandel - Ursachen und Antworten für die Zukunft" ist es im aktuellen "Bückeburger Mittagsgespräch" gegangen. Referent der von der Konrad-Adenauer-Stiftung organisierten Reihe war Dr. Markus Quante. Der Atmosphärenphysiker vom Institut für Küstenforschung (Geesthacht) mochte in einer persönlichen Einschätzung nicht alle Hoffnung auf eine Wendung zum Besseren fahren lassen.

Dr. Markus Quante informierteüber das Thema "Klimawandel - Ursac

In der Einschätzung der zünftigen Entwicklung nehme er die Position eines Halboptimisten ein, sagte der Experte. Ein schnelles Umschwenken sei zwar wenig wahrscheinlich, aber: "Wir können was hinkriegen." Quante stellte im voll besetzten kleinen Saal des Bückeburger Rathauses das Klimasystem als das dar, was es ist - eine höchst komplexe und komplizierte Materie. Das Zusammenspiel von Ozeanen, Vegetation, Eisflächen an den Polen, Wasserkreislauf in der Atmosphäre und Sonneneinstrahlung akkurat zu interpretieren, sei ein schwieriges Unterfangen. Quante: "Es ist eine Riesenkunst, daraus auf Temperaturentwicklungen zu schließen." Auch superschnelle Rechner könnten vieles nur grob repräsentieren. Zudem spielten in die Entfaltung von Zukunftsszenarien das globale Verhalten der Menschheit und das womögliche Auftauchen neuer Technologien hinein. Selbst der im Februar dieses Jahres veröffentlichte vierte Sachstandsbericht des UN-Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC), der den wissenschaftlichen Kenntnisstand über die weltweite Erwärmung zusammenfasst und auf den der Referent mehrfach Bezug nahm, gilt nicht jedermann als der Weisheit letzter Schluss. Kritiker führen die Gefahr ins Feld, dass einige Punkte aus politischen Gründen aufgebauscht oder abgeschwächt wurden. Und dass der Bericht durch politische Einflussnahme an Schärfe verloren habe. Speziell die Regierungen der USA, Chinas, Russlands und Saudi-Arabiens, monieren die Kritiker, hätten den durch den Menschen beeinflussten Anteil an der Erderwärmung und dessen möglichen Konsequenzen heruntergespielt und damit schwächer aussehen lassen als von den Wissenschaftlern gefordert. Augenfälliger Fakt ist unterdessen, dass elf der wärmsten zwölf Jahre seit Einführung der Temperaturbestimmung per Thermometer seit 1990 gemessen wurden. Und dass, wenn auch durch zusätzliche regionale Unternehmungen mitbestimmt, beispielsweise der Aralsee zwischen 1970 und 1990 auf ein Drittel seiner ursprünglichen Größe geschrumpft ist. Von der einstigen Hafenstadt Muniak muss man heute 150 Kilometer weit fahren, um an das Ufer des Sees zu gelangen. Die Menschheit ist also "mittendrin statt nur dabei". Quante, der den Doktorgrad der Naturwissenschaften im Fachbereich Geowissenschaften der Universität Hamburg mit einer Dissertation über "Turbulenz in Cirruswolken mittlerer Breiten" erlangte, sparte weder an deutlicher Kritik am jüngst von "RTL" ausgestrahlten "Klimaschocker" - "fünf der sieben dort zu Wort Gekommenen stehen bei Exxon auf der Gehaltsliste" - noch an Tipps für das deutscheIngenieurwesen. Der Einsatz regenerativer Energien und die (Energie)-Speichertechnologie würden die Zukunft wesentlich mitbestimmen. Hier gelte es, die Position der Bundesrepublik als Hightech-Exportnation zu sichern. Quantes gleichermaßen tröstliche (für den Treibhauseffekt) wie mahnende (für den Wirtschaftsstandort Deutschland) Vorhersage: "Die USA ziehen nach, schneller als gedacht."



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt