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Heute Gespräch im Ernestinum / Ausschuss diskutiert Thema

Döner in der Faust cooler als Spaghetti in der Mensa?

Rinteln (wm). Mittagessen in den kreiseigenen Schulen mit Ganztagsangebot - ein Thema, bei dem die Mitglieder des Schulausschusses des Landkreises bei ihrer jüngsten Sitzung wenig Neigung zeigten, eine ausgiebige Diskussion zu eröffnen - zu unübersichtlich die Befindlichkeiten von Schülern wie Eltern. Die geben auch der zuständigen Dezernentin und Ersten Kreisrätin Eva Burdorf bisweilen Rätsel auf. Beispiel Ernestinum: Bei Einrichtung der Mensa habe man allgemein großes Lob erfahren, jetzt könne man auf Schülerseiten nachlesen, das Essen schmecke überhaupt nicht.

Zumindest dieses Problem, schilderte gestern Gymnasialleiter Reinhold Lüthen auf Anfrage, sei am Ernestinum gelöst: Eltern hätten in den letzten Wochen das Essen selber probiert und seien mit der Qualität zufrieden - allerdings müsse man bei anderen Punkten Nachbesserungen vornehmen. Welche, das soll am heutigen Donnerstag mit Elternvertretern, dem Landkreis und Schülervertretern besprochen worden. Grundsätzlich, ließ die Erste Kreisrätin bei der Sitzung des Schulausschusses durchblicken, stärke der Landkreis selbstverständlich bei solchen Fragen den Schulleitungen den Rücken, wenn sich Probleme nicht abstellen ließen, das Catering-Unternehmen zu wechseln. Mit diesen Unternehmen würden nur Jahresverträge geschlossen. An der Schule am Ostertor ist die Situation anders, erläuterte Hauptschulleiter Heinz Pettenpaul, weil, anders als am Gymnasium, nicht so um die hundert Schüler, sondern lediglich zwischen zwölf bis 40 das Mittagsangebot nutzten. Deshalb sei die Auswahl eingeschränkt. Es gehe also nicht um die Qualität, die sei nicht zu beanstanden, sondern um dieVielfalt. Was man wiederum nicht dem Catering-Unternehmen anlasten könne, denn bei einer so geringen Essenszahl rechne sich eine breite Angebotspalette nicht. Hinzu kommt: Pflicht sind für die Schüler nur die Nachmittagsangebote montags und mittwochs, die Arbeitsgemeinschaften dienstags wie donnerstags freiwillig. Ähnlich ist die Situation an der Hildburg-Realschule am Kollegienplatz. Auch hier bestellen sich im Schnitt nur rund ein Dutzend Schüler mittags warme Mahlzeiten. Die liefert hier nicht ein Catering-Unternehmen, sondern Heidemarie Schrey, die über ihren Kiosk an der Schule morgens auch Frühstücksbrötchen und Müsli ausgibt. Für 2,70 Euro erhält ein Schüler hier einen Teller Spaghetti und ein Getränk - ein Preis, so Heidemarie Schrey, der für sie an der Schmerzgrenze liege. Gemeinsames Mittagessen in der Schule hat für Hauptschulleiter Pettenpaul noch einen anderen wichtigen Aspekt, nämlich die Einübung von praktischer Alltagskultur. An der Hauptschule in Rinteln liegt der derzeitige Ausgabepreis für ein Hauptgericht bei 2,85 Euro - Zuschuss des Landkreises pro Schülerportion: 3,99 Euro. Ein Gymnasiast, der sich am Ernestinum den Teller füllt, muss zwischen 2,80 und 3,50 Euro zahlen. Dabei würden die Zuschüsse, so erläuterte Erste Kreisrätin Eva Burdorf, individuell für jede Schule kalkuliert - mit dem Ziel, den Abgabepreis für ein Essen unter drei Euro zu halten. Der Aufwand der Catering-Unternehmen sei von Schule zu Schule völlig unterschiedlich, das müsse eben berücksichtigt werden. Die allgemeine Tendenz sieht laut Burdorf so aus: Jeälter die Schüler seien, desto geringer sei deren Bereitschaft, das Mittagsangebot an der Schule zu nutzen. Das zeigten eindeutig die von der Verwaltung ermittelten Zahlen: "Gegen Döner& Co. ist wohl kein Kraut gewachsen." Dem kann Gymnasialleiter Reinhold Lüthen nur zustimmen - Oberstufenschüler machten sich in der Mensa eher rar: "Vielleicht ist es einfach nicht mehr cool, in diesem Alter mittags in der Schule zu essen."



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