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Schüler des AEG nehmen an Simulation der Uni Bielefeld teil

Diplomaten auf Zeit

HAMELN. NATO, ESVP, VN – mit diesen Abkürzungen hat man als Schüler zu tun, wenn man sich für das Fach Politik/ Wirtschaft im Abitur entscheidet.

Die Politikschüler vom AEG vor ihrer Abfahrt nach Bielefeld. COWI

Im dritten Semester geht es um Sicherheits- und Friedenspolitik und da kommt man an North Atlantic Treaty Organization, Europäischer Verteidigungs- und Sicherheitspolitik und den Vereinten Nationen nicht vorbei, aber was machen diese Akteure eigentlich genau, um für Frieden und Sicherheit zu sorgen?

Das erkundeten nun Schüler des Politikkurses auf erhöhtem Niveau im Jahrgang 12 mit der Pädagogin Anne-Kathrin Borchers an der Universität Bielefeld: Im Rahmen eines Seminars zu internationalen Beziehungen durften sie an einer Simulation von Sitzungen des VN-Sicherheitsrates teilnehmen und die Position Äthiopiens vertreten. „Selbst zu handeln, indem man die Position eines Landes vertritt, war schon etwas Besonderes, eine echte Herausforderung“, meinte Nico, der es spannend fand, Uni-Luft zu schnuppern. Bereits die Vorbereitung hatte es in sich – die meisten Texte, zum Beispiel Protokolle der Sicherheitsratssitzungen zu den Konflikten im Nahen und Mittleren Osten und in Nordkorea, lagen nur im englischen Original vor. „Da hat der eine oder andere doch erkannt, dass man ohne gute Englischkenntnisse im Bereich der Politik- und Sozialwissenschaften verloren ist“, so Anne-Kathrin Borchers, Lehrerin für Politik, Wirtschaft und Englisch am AEG.

Einen politischen Entscheidungsprozess hautnah mitzuerleben und aktiv mitzugestalten, empfanden auch Sören und Oliver als faszinierend; wenngleich sich auch Ernüchterung breitmachte: „Jetzt versteh ich, warum der Sicherheitsrat dringend reformiert werden muss. Das Vetorecht verhindert viele sinnvolle Resolutionen und wir haben Ewigkeiten verhandelt, bis wir uns überhaupt auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, auf eine Resolution, geeinigt haben“, so einer der Teilnehmer.

„Unbedingt wiederholen“, resümierte Moritz gegen Mitternacht auf dem Heimweg nach Hameln. Nach fünf Stunden Verhandlungsmarathon, während er als Diplomat Äthiopiens für eine Reform des Sicherheitsrates eingetreten war, verabschiedeten sich die Studierenden mit lautem Applaus und bescheinigten ihm herausragendes diplomatisches Geschick.PR

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