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Fabrikant stirbt im Alter von 88 Jahren

Dietrich Grönemeyer ist tot

Lauenau (nah). An den Folgen einer schweren Herzoperation ist der Lauenauer Fabrikant Dietrich Grönemeyer im Alter von 88 Jahren gestorben. Mit der Familie, Freunden und Weggefährten trauern viele ehemalige Casala- Mitarbeiter. Der gebürtige Westfale trat 1950 als mithaftender Gesellschafter in das Unternehmen ein und leitete es bis 1985. In diese Jahre fiel auch der größte Erfolg der 1919 gegründeten Möbelproduktion mit bis zu 1000 Beschäftigten. Zeitweilig war das Unternehmen führender Lieferant für Schulmobiliar.

Das Kriegsende hatte Grönemeyer, Onkel des Musikers Herbert Grönemeyer, in die Fabrik gebracht. Er arbeitete als Angehöriger der britischen Kriegsgefangenenorganisation im Büro und lernte dort die Tochter des Firmengründers Margret Sasse kennen. Nach der Hochzeit 1947 trat er in das Unternehmen ein. Als Senior Carl Sasse 1956 überraschend starb, setzte Grönemeyer den Aus- und Aufbau des Betriebs fort. Das riesige Firmengelände wurde zu seinem heutigen Ausmaß komplettiert. In den siebziger Jahren führte das Exportgeschäft mit der Komplettausstattung von 319 Häusern in Saudi-Arabien zum letzten großen Aufschwung. Grönemeyer hatte die aufkommenden Gefahren für die Möbelbranche erkannt - und bereits an eine Verlagerung in ein Billiglohnland gedacht. Dass er dies nicht in die Tat umsetzte, hatte auch etwas mit seiner Liebe zu Lauenau zu tun: Er fürchtete den Verlust der Arbeitsplätze im Flecken. Als der 1982 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Fabrikant drei Jahre später aus Altersgründen ausschied, hatte das Unternehmen erste schwierige Phasen hinter sich. Den späteren Niedergang erlebte Grönemeyer nur noch aus der Distanz - "und mit großem Schmerz", wie er später in einem Interview verriet. Zwei seiner vier Kinder leben in Oberbayern, ein Sohn in Mittelamerika. Mit ihnen wird morgen um 10.30 Uhr eine große Trauergemeinde Abschied nehmen.




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