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Heinkel-Tourist-Liebhaber bringen ein Stück Nostalgie auf die Straße

"Dieser wahnsinnig sonore Klang"

Landkreis (mw). Die gemeinsame Leidenschaft für Heinkel-"Tourist"-Roller aus den fünfziger und frühen sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts verbindet eine kleine Gruppe von Schaumburger Rentnern. Jeweils am letzten Dienstag eines Monats treffen sich die Oldtimerfans gegen 19 Uhr zum Heinkel-Stammtisch in der Wendthäger Gaststätte"Dionysos".

Sauber an einer Linie aufgereiht stehen die liebevoll restaurierten Heinkel-"Tourist"-Roller auf dem Parkplatz des Lokals. In gewisser Weise verrät deren geordnete Präsentation etwas vom Stolz der Besitzer auf ihre alten Zweiräder. Mit seinem Heinkel vom Typ 103 A2 aus dem Baujahr 1964 habe er sich einen Jugendtraum erfüllt, bestätigt denn auch Otto Köster aus Krebshagen. Im Jahr 1991 hatte er sich das Gefährt gekauft und wieder auf Vordermann gebracht. Anlässlich des Pressetermins hatte der Rentner den Roller sogar mit einem "Originalwimpel aus den sechziger Jahren" ausgerüstet. "Den hab' ich sonst nicht dran", verriet er mit Blick auf die latente Diebstahlgefahr. Was die Faszination der Heinkel-Roller ausmacht, erklärte der Wendthäger Heinz-Jürgen Wilde. "Das Aussehen des Heinkel ?Tourist' war seiner Zeit weit voraus. Die elegante Frontpartie und der flach abfallende Koffer mit der großen Rückleuchte - das hatte schon Stil." Weitere Argumente seien "dieser wahnsinnig sonore Klang" des rund 9,5 PS aus 175 Kubikzentimeter produzierenden, langlebigen Viertakt-Motors sowie die hohe Qualität der Blechverkleidung des Zweirades. Eher gefühlsbetonte Gründe führte dagegen Willy Walpert aus Bückeburg an. Aus "Nostalgie" und um die "Erinnerung an die schöne Zeit in jungen Jahren" aufleben zu lassen, fahre er heute Heinkel "Tourist". Dafür, dass er in den sechziger Jahren mit seinem damaligen Roller insgesamt mehr als 75 000 Kilometer unterwegs gewesen war, habe er seinerzeit sogar eine Bronzemedaille seitens der Firma Heinkel erhalten. Sage und schreibe rund 200 000 Kilometer hat der Bad Nenndorfer Horst Wehmhoyer nach eigenen Angaben bereits mit seinem Heinkel "Tourist" Typ 103 A1, Baujahr 1958, zusammengefahren. Der Roller, den er seit rund 30 Jahren besitzt, sei dasälteste Fahrzeug im Kreis seiner Stammtischfreunde. Er selber habe in all' den Jahren seit 1958 fast durchgängig einen Roller der Traditionsmarke besessen. "Ich hab' den ersten Roller schon 1956 gehabt", merkte der Suthfelder Wilfried Thake an. Nach längerer Unterbrechung habe er sich vor zwölf Jahren wieder einen Heinkel zugelegt, um das "wunderbare" Fahrgefühl erleben zu können. "Man kann sich damit aber auch mal hinlegen", flachste Friedrich Wehmhöfer aus Reinsen, der erst vor etwa sechs Jahren zum Rollerfahren gekommen ist. "Das hat mich immer schon interessiert." Bereut habe er die Anschaffung seines zweirädrigen Oldtimers nie.




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