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350 Exemplare schmücken die Wohnung / Beim Umzug gingen schon 100 an die Kinderklinik

Diese Teddysammlerin braucht viel Toleranz

Hameln (roh). Wenn Verkäuferin Ute Smith von der Arbeit nach Hause kommt, dann ist sie nicht allein, selbst dann nicht, wenn ihr Ehemann noch auf der Arbeit weilt: Insgesamt 350 Teddys aus Stoff und Porzellan bevölkern die Wohnung, und nicht selten öffnet die 43-jährige ihren Gästen mit einem Teddy auf dem Arm die Haustür. Begonnen hat ihre Sammelleidenschaft, als sie 1996 ihren Mann kennenlernte. „Richard hat mir damals diesen süßen blauen Teddy geschenkt“, sagt sie und schaut dem kleinen Stoffknäuel mit verträumtem Blick in die dunklen Knopfaugen.

Kurz danach begann sie, Teddys zu sammeln. Die aus Porzellan gefertigten „Beau Bears“ tragen alle einen Namen, und Ute Smith kennt sie alle auch ganz genau. „Am Anfang habe ich mir die meisten selbst gekauft“, erzählt Smith. Später habe sie von Freunden und Bekannten auch welche geschenkt bekommen, darunter solche von ihrem Sohn. „Er ist Soldat und kommt viel herum“, fügt die Sammlerin an. Hongkong, Paris, Zypern und Portugal: Immer, wenn er einen Teddy auf seinen Reisen sieht, bringt er ihn seiner Mutter mit.

Die „TY“-Teddybären sind mit einem herzförmigen Schild ausgestattet. „Auf dem steht der Name des Teddys, sein Geburtstag und ein individueller Spruch“, weiß Smith. Gezeigt werden solche Stücke auf nationalen wie auch auf internationalen Ausstellungen, wobei eine Klarsichthülle die einzelnen Schilder vor Verkratzung und Beschädigung schützen soll. Die mit Bohnen oder Granulat gefüllten Stofftiere werden auf Börsen gehandelt.

Als die Familie 2008 umzog, stellte ihr Mann die Bedingung, dass es in der Wohnung auch einen teddyfreien Raum geben müsse. Zum „Opfer“ fielen dieser Bedingung rund 100 Teddys. Aber das Schicksal „Müllverbrennungsanlage“ oder „Keramikverwertung“ blieb ihnen erspart, denn Smith schenkte sie der Kinderabteilung des Krankenhauses. Auch ihr Mann habe ein großes Herz für Kinder, betont Smith. „Er ist Busfahrer, und während der Weihnachtszeit fährt er als Weihnachtsmann verkleidet, und dabei nimmt er immer einen meiner Teddys mit“, sagt sie. Eines Tages sei er aber ohne Teddy nach Hause gekommen, berichtet die Verkäuferin und fügt an: „Richard sagte, ein Kind hätte den Teddy so gern gehabt, da konnte er nicht anders und hat ihm den Teddy eben geschenkt.“

Mittlerweile ist die Sammelleidenschaft der 43-Jährigen geringer geworden. Nicht zuletzt, weil trotz der familiären Absprache, einen Raum vollkommen teddyfrei zu gestalten, selbst in diesem Raum – der Stube – hie und da ein Stoffgesicht mit Kulleraugen aus einer Ecke heraus- oder von einem Regal heruntergrinst.

Im Schlafzimmer indes stapeln sich die verbliebenen Teddys in zwei Vitrinen. Der Wert ihrer Sammlung lässt sich nicht genau beziffern, sagt Smith, aber darauf komme es ihr auch überhaupt nicht an. In den letzten Jahren habe sie sich ohnehin immer mehr spezialisiert, sagt sie; sie sammle mittlerweile längst nicht mehr jeden Teddy, den sie angeboten oder aber geschenkt bekomme. Eine Ausnahme aber macht sie dann doch: „Den Douglas-Teddy, den kaufe ich mir nach wie vor jedes Jahr.“

Ute Smith vor einer der beiden prall gefüllten Vitrinen mit Teddys, die irgendwie zu ihrer Leidenschaft geworden sind. Allerdings ist sie mittlerweile wählerischer.

Foto: roh




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