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Vor Gericht: Einbruchsdiebstahl in Wohnwagen am Doktorsee / Bewährung für 23-Jährigen

Diebe laufen Polizeistreife direkt in die Arme

Rinteln (maf). Die Mühlen der Justiz mahlen langsam, aber sicher: Knapp drei Jahre nach dem Einbruch in einen Wohnwagen am Doktorsee ist ein arbeitsloser Rintelner jetzt vor dem Rintelner Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Der 23-Jährige hatte gemeinsam mit einem Bekannten den Wohnwagen eines Bielefelder Ehepaares geknackt und diverse Gegenstände gestohlen. Den Schaden soll der Angeklagte wieder gut machen und 250 Euro an die Eheleute aus zahlen. Es passierte in einer Oktobernacht: Der 23-Jährige war mit seinem Bekannten aus dem Extertal mit Fahrrädern von Rinteln in Richtung Doktorseeweg unterwegs. Dabei entstand die Idee, einen Wohnwagen aufzubrechen, um an Bargeld zu kommen. Der bereits früher für eine Serie von Straftaten verurteilte Begleiter des 23-Jährigen knackte das Türschloss des Wohnwagens. Wahllos packten die beiden Männer Diebesgut in ihre Rucksäcke und machten sich auf den Heimweg, wo sie einer Polizeistreife direkt in die Arme liefen. Die Polizeibeamten Wolfgang Meier und Dirk Rösler hielten die beiden auf der Westumgehung an. Bei der Kontrolle machten die Beamten eine merkwürdige Entdeckung: In den Rucksäcken befanden sich diverses Werkzeug, ein Sat-Receiver, eine Fotokamera und weiteres Zubehör für Satellitenschüsseln. Da die Polizisten diese Gegenstände zwar keiner Straftat zuordnen konnten, ihr detektivischer Spürsinn sich aber meldete, fotografierten sie vorsichtshalber den Inhalt der Rucksäcke und notierten sich die Personalien, bevor sie die Männer wieder entließen. Nur einen Tag später meldete ein Camper vom Doktorsee einen Einbruch in seinen Wohnwagen - gestohlen worden seien Sat-Receiver, Kamera und Zubehör für Satellitenschüsseln. Auf den Polizeifotos erkannte der Camper sofort seine fehlenden Sachen wieder. In einer Wohnung konnte noch ein Teil der Beute sicher gestellt werden. Vor Gericht hatte der Angeklagte noch betont, das Diebesgut sei gar nicht für ihn bestimmt gewesen, sondern für seinen Bekannten, er habe davon nicht profitiert - was ihm aber letztlich wenig nützte. Richter Christian Rost erkannte auf eine Freiheitsstrafe auf Bewährung.




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