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Katholisches Gotteshaus in Nienstädt wird abgerissen

Die zweite Kirche liegt darnieder

Nienstädt (gus). Nun hat die Samtgemeinde Nienstädt kein einziges katholisches Gotteshaus mehr. Die Kirche an der Sülbecker Straße ist gestern dem Erdboden gleichgemacht worden.

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Fast auf den Tag genau einen Monat nach dem Abriss der Helpser Kirche „Heilig Kreuz“ kam die Nienstädter St.-Bartholomäus-Kirche „unters Messer“. Erneut war das Abbruchunternehmen Döpke aus Hannover im Einsatz. Genauer: Es ist noch im Einsatz. Denn auch wenn das Kirchengebäude und der Turm seit gestern nur noch als Trümmerhaufen existieren, so ist die Arbeit noch längst nicht getan. Unter anderem wird noch das Fundament entfernt.

Überhaupt war das Zerstören der zweiten katholischen Kirche in der Samtgemeinde deutlich komplizierter als der Abriss in Helpsen, wie ein Döpke-Mitarbeiter erläuterte. Dies sei der Tatsache geschuldet, dass es sich in Nienstädt um einen Fertigbau handelte. Lediglich der Sockel des Kirchturms war aus Stein.

Weil in dem Fertigbau vor allem Holz und Glaswolle zum Dämmen verarbeitet waren, hatten die Mitarbeiter des Abbruchunternehmens mehr Mühe dabei, die Baustoffe voneinander zu trennen. Denn diese müssen Sorte für Sorte entsorgt werden.

Bevor der große Bagger den spitzen Holzaufbau des Kirchturms vom Sockel stieß, musste der Baggerführer ebenfalls einige Metallleisten entfernen. Die hölzerne Tür „zupfte“ er mit der Schaufel mühelos aus der Verankerung. Erst als die Arbeiter sicher waren, dass der Rest des Spitzdachs ausschließlich aus Holz bestand, stieß der lange Greifarm das Gebilde in Zeitlupentempo um.

Anschließend manövrierte der Mann an den Schaltknüppeln die Baggerschaufel wieder über die ehemalige Turmspitze, hob diese in die Höhe und ließ das tonnenschwere Konstrukt auf den Haufen mit dem übrigen Holz krachen. Hatten die „Abbrecher“ bereits in den vergangenen Tagen mit dem matschigen Untergrund zu kämpfen, so dürfte sich dies noch verstärken, wenn das Betonfundament ausgebuddelt wird.

Auf wertvolle Gegenstände musste nicht mehr geachtet werden. Diese waren vor gut einem Jahr entfernt worden. Bei einer feierlichen Profanisierung entnahm ein Geistlicher die Reliquien aus dem Altar.



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