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Derzeit dicke Personaldecke im Waldorfkindergarten / Tag der offenen Tür findet großen Anklang

Die "Waldis" - personell auf Rosen gebettet

Bückeburg (jp). Lebhaftes Interesse hat der diesjährige Tag der offenen Tür im Waldorfkindergarten Bückeburg gefunden. Zahlreiche interessierte Eltern nutzten jetzt die Gelegenheit, sich vor Ort über das Angebot der in freier Trägerschaft betriebenen Einrichtung zu informieren. Auch der Nachwuchs konnte sich an Ort und Stelle mit Ausstattungund Einrichtung des Kindergartens vertraut machen.

Paula (17 Monate)überprüft, ob sie Spaß am Spielzeugangebot des

Seit 1994 besteht an der Obertorstraße in Bückeburg der aus einer Elterninitiative hervorgegangene Waldorfkindergarten. Träger ist der von Eltern gegründete Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik. Die Einrichtung ist Mitglied in der Internationalen Vereinigung der Waldorfkindergärten in Stuttgart. Zur Zeit werden zwei Vormittagsgruppen mit einmal 25 und einmal 15 Kindern betreut, hinzu kommen zwei Spielgruppen für Kinder ab zwei Jahren. Personell ist der Waldorfkindergarten Bückeburg zur Zeit ziemlich auf Rosen gebettet. "Wir beschäftigen zur Zeit vier fest angestellte Erzieherinnen, zwei Haushaltshilfen sowie mehrere Praktikanten", erklärte die Leiterin des Kindergartens Marina Gatsemeier. Das pädagogische Konzept des Waldorf-Kindergartens beinhaltet als wichtigenPunkt, den Kindern sinnvolle Tätigkeiten vorzuleben und vermitteln, die einen Zusammenhang haben und für das Kind überschaubar sind. "Dazu gehört bei uns beispielsweise das Backen von Brötchen", so Marina Gatsemeier, "wodurch die Kinder den Weg von der Teigzubereitung bis zum fertigen Gebäck erkennen." Fertig konfektioniertes Spielzeug aus Kunststoff sucht man im Waldorf-Kindergarten vergeblich. Durch Spielzeug-Massenware sieht die Waldorf-Pädagogik die natürliche Kreativität der Kinder zu sehr eingeschränkt. Gespielt wird stattdessen mit natürlichen Materialien wie Zapfen, Kastanien, Steinen und Muscheln sowie Spielzeug aus Holz und Naturmaterialien. Zum Spielen im Freien steht ein rund 2000 Quadratmeter großer Garten zur Verfügung. Wichtigster Ansatz der Waldorf-Pädagogik ist die Nachahmung: "Wir Erzieher haben dabei die Aufgabe, gute Vorbilder zu sein, da Kinder vor allem durch Nachahmen lernen", so Marina Gatsemeier. Außerdem sollen den Kindern regelmäßige, sich wiederholende Tagesabläufe und eine familiäre, warmherzige Atmosphäre geboten werden. Die Waldorf-Pädagogik orientiert sich an der Weltanschauung des österreichischen Philosophen Rudolf Steiner (1861 - 1925) und baut auf der Grundlage der von Steiner entwickelten Anthroposophie auf. Der erste Waldorf-Kindergarten wurde in Deutschland 1926 gegründet, inzwischen gibt es über 500. Rudolf Steiners Anthroposophie ist jedoch auch immer das Ziel heftiger Kritik gewesen. Bereits 30 Jahre nach seinem Tode kam der Vorwurf auf, Steiners Lehre sei faschistoid (Ernst Bloch: "Erbschaft dieser Zeit", Frankfurt 1956). Für Kritiker handelt es sich außerdem bei Steiners als synkretistisch verstandenerWeltanschauung um eine Spielart der Esoterik, die ihren Wissenschaftsanspruch zu Unrecht vertritt.

Ole (2) und Patrick (2) werden in wenigen Monaten in den Waldorf
  • Ole (2) und Patrick (2) werden in wenigen Monaten in den Waldorfkindergarten kommen.
Hanna (2) und Jan (2) gehören bereits zur Spielgruppe des Waldor
  • Hanna (2) und Jan (2) gehören bereits zur Spielgruppe des Waldorfkindergartens. Fotos: jp
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