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Blüte, Duft, Fruchtgenuss und Herbstfärbung zeichnen die Züchtungen aus

Die vier Vorteile der Vierbeere

Ist es Gewohnheit oder ein ausgeprägter Ordnungssinn? Aus irgendeinem Grund unterscheiden Gartenbesitzer wie selbstverständlich zwischen Nutz- und Zierpflanzen. Essbares von Nicht-Essbarem unterscheiden zu können, ist sicherlich wichtig.

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Dennoch ist die strikte Trennung der Beerensträucher und Gemüsebeete von blühenden Zierrabatten, wie man sie in vielen Gärten findet, nicht so recht zu erklären. Schließlich besitzen auch viele essbare Pflanzen einen hohen Zierwert – man muss ihn nur erkennen.

Einen geschulten Blick dafür besitzt Markus Kobelt, Obstexperte von Lubera. Der Schweizer führt die Obstbaumschule mit inzwischen mehreren internationalen Standorten bereits seit 20 Jahren. Von Anfang an galt sein Engagement neuen Sorten, die besonders robust wachsen, ertragreich und rund ums Gartenjahr attraktiv sind. Eine Pflanze, die all diese Kriterien erfüllt, ist beispielsweise seine exklusive Vierbeere. „Ich habe ihr diesen Namen gegeben, weil sie vier positive Eigenschaften in sich vereint: Sie trägt wunderbar gelb-rote Blüten, die auch noch angenehm duften, sie bildet außergewöhnliche aromatische Beeren und ihr Laub leuchtet im Herbstgarten intensiv rot.“

Alles begann mit einer Fahrt auf der Autobahn, bei der Kobelt in dichtem Stau stecken blieb. Auf dem Mittelstreifen wuchs unter anderem die sogenannte Goldjohannisbeere (Ribes aureum). „Ursprünglich handelt es sich dabei um eine Präriepflanze. Sie ist sehr robust, bildet am Straßenrand in der Regel jedoch keine Früchte, weil sie vorher zurückgeschnitten wird“, erklärt Kobelt. „Außerdem wären diese Beeren bitter, kaum genießbar und äußerst gefährlich zu ernten.“

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  • Die schwarzen Vierbeeren werden Ende Juli oder Anfang August reif. Black Pearl bildet Beeren, die fast so groß wie Weintrauben sind. Foto: Lubera
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  • Die Früchte der Orangesse leuchten orange. Foto: Lubera

Von der nationalen Saatgutsammlung der USA ließ sich der experimentierfreudige 1996 Züchter einige Tausend Samen schicken. Von den nordamerikanischen Goldjohannisbeeren versprach sich Kobelt besonders gutes Erbgut. Schließlich sollen schon die hier ansässigen Ureinwohner diese Beeren gesammelt und als Trockenfrüchte genossen haben.

Aus den eingeflogenen Samen wurden Sämlinge und schließlich Sträucher, die aufwendig selektioniert wurden. Seit einigen Jahren bietet Kobelt ein exklusives Vierbeeren-Sortiment an. „Mittlerweile haben wir viel Erfahrung mit den Vierbeeren gesammelt und jede Menge Feedback von unseren Kunden erhalten. Wir freuen uns, dass sie sehr beliebt sind – das bestätigt, dass die Auswahlkriterien für unsere Züchtungsarbeit die richtigen sind.“

Drei Sorten der Vierbeere tragen schwarze Früchte: Black Gem bringt den höchsten Ertrag, Black Saphir trägt besonders spät Früchte und Black Pearl bildet Beeren, die fast so groß wie Weintrauben sind. Die schwarzen Vierbeeren werden Ende Juli oder Anfang August reif. „Mein Tipp: Pflücken Sie die Beeren nicht zu früh. Wenn sie sich gerade erst schwarz färben, enthalten sie noch zu wenig Zucker. Warten Sie mit der Ernte lieber, bis die ersten Früchte aufplatzen. Die Vierbeeren sollten ganz leicht vom Strauch zu lösen sein. Dann schmecken sie fruchtig-süß“, rät Kobelt.

Schon ab Ende Juni sind die Vierbeeren der Sorte Orangesse genussreif. Sie sind zwar etwas kleiner als ihre schwarzen Schwestern, dafür leuchten die Beeren wunderschön orange im sommerlichen Garten. Wer sie pflanzt, sollte sie mit Black Pearl kombinieren, da Orangesse weitgehend selbstunfruchtbar ist. Die schwarzen Sorten hingegen tragen auch einzeln gepflanzt viele Früchte. Die Beeren sind frisch vom Strauch genascht sehr lecker, im Müsli sorgen sie für zusätzliche Vitamine und sie lassen sich auch zu Saft, Gelees oder Marmeladen verarbeiten.

„Unser nächstes Ziel ist es, orangefarbene Vierbeeren zu züchten, die ebenso große Früchte tragen wie die schwarzen. Unsere Züchtungsarbeit geht weiter!“, so Kobelt.

Neuigkeiten sowie Tipps zu Schnitt und Pflege vom Schweizer Obstexperten sind auf www.gartenvideo.com zu finden. GPP



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