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Immer mehr Besucher verzeichnen die Festivals in Norddeutschland – Zeit also für Luxus bei Landluft?

Die Vergnügungsparks mit Vorort-Atmosphäre

Scheeßel. Also irgendwie ist so ein Festival auch nicht mehr das, was es einmal war: nämlich ein dreitägiger Survival-Trip mit coolem Soundtrack – oder doch? Nun, den coolen Soundtrack gibt’s beim Hurricane in Scheeßel zwar immer noch. Aber mittlerweile herrscht selbst auf Teilen des Zeltplatzes eine gepflegt wohnliche Atmosphäre, die eher an einen spießigen Vorort erinnert als an ein wildes und zügelloses Rock ’n’ Roll-Happening. Green-Camp nennt sich dieses Biotop der Political Correctness, das mit dem Service der Jungs von „mein-zelt-steht-schon“ für einen neuen Trend zum Komfort auf der Koppel zu stehen scheint.

Autor:

Sebastian Stüben

Auf dem grünen Zeltplatz verpflichten sich die Bewohner selbst zur Sauberhaltung des Geländes, zu moderater Lautstärke beim Musikhören und zu Rücksichtnahme auf die Schlafgewohnheiten ihrer Nachbarn. Und Besucher, die keinen Bock haben oder unfähig sind, ein Zelt aufzubauen, die können das bereits im Vorfeld von Dienstleistern erledigen lassen. Kühle Getränke gibt es im Container-Supermarkt.

Aber zum Glück ist kein Festivalbesucher verpflichtet, sich das richtige Feeling durch zu viel Zivilisation verderben zu lassen. Auf dem Normalo-Campingplatz herrscht noch immer ein gesundes Maß an Anarchie und Chaos. Da wird der echte Hurricane-Fan auch in diesem Jahr wieder den wohlbekannten und liebgewonnen Duft-Cocktail aus Dosenravioli, gegrilltem Schweinenacken und überfülltem Dixie-Klo riechen. Da werden halbnackte Bierkönige mit Sixpack-Krone und Würstchenzepter rumflitzen und liebende Pärchen sich in den Zeltplanen verheddern. An Schlaf wird aufgrund der bis zum Anschlag aufgedrehten, per Generator betriebenen Stereoanlage des Nachbarn nicht zu denken sein. Duschen? Kein Thema!

Noch ausgiebiger als in Scheeßel können Interessierte das Neandertaler-Gefühl beim weltgrößten Metal-Festival in Wacken genießen. Während des Krach-Events im hohen Norden beteiligen sich sogar die Bewohner des kleinen Dorfes am höllischen Treiben und sorgen damit für eine kuriose Atmosphäre zwischen Feuerwehrfest und satanischem Opferritual.

Wo sich in diesem Sommer noch ein Besuch lohnt, lesen Sie in unserer kleinen ausgewählten Festivalübersicht (unten).

Auf der grünen Bühne, der Green Stage, tummeln sich beim Hurricane-Festival in Scheeßel die großen Namen als Headliner – davor tummeln sich die rund 70 000 Besucher des niedersächsischen Festivals.




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