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5500 Fans enttäuscht von Whitney Houston / Hannoversches Publikum stärkt ihr den Rücken

Die traurige Demontage der einstigen Pop-Diva

Warum tut sie sich das an – warum tut sie das dem Publikum an. Alkohol, Drogen und ein scheinbar nie endender Ehekrieg haben deutliche Spuren im Gesicht und der Stimme von Whitney Houston hinterlassen. Während des Konzertes in der TUI Arena wirkte sie aufgedunsen, zappelig, nervös, teilweise unkonzentriert. Das hochgelobte Goldkehlchen hat ihr Gold in der Kehle verloren, sang sich mehr oder weniger tapfer durch den ersten Teil der Show.

Whitney Houston

Songs wie „I Look To You“, „Saving My Love For You“ oder „Greatest Love Of All“ fehlen die Dynamik, werden von der 46-Jährigen ohne Power gesungen. Ein Lob gilt dem hannoverschen Publikum, das die schwachen Sangeskünste der US-Amerikanerin mit unbändiger Geduld tolerierte.

Vom souveränen, stimmgewaltigen Superstar der 80er- Jahre war kaum eine Spur mehr. Vereinzelte Buh-Rufe des Publikums, als die Background-Sängerinnen Whitney Houstons Titel „Queen Of The Night“ singen, Houston sich während des Songs wieder eine Verschnaufpause gönnt.

Dann der Song, auf den alle gewartet haben: „I Will Always Love You“, der für die Sängerin jedoch zum großen Desaster wird. Sie bricht den Song ab, trinkt mit dem Rücken zum Publikum ein Schluck Wasser, während die ausgezeichnete Band die Zeit instrumental überbrückt. Die Melodie, die dann aus Whitneys Kehle krächzt, erinnert dann nur noch sehr entfernt an den wohl größten Song der Künstlerin – ein Grund mehr, dass jetzt ein großer Teil des Publikums die Halle verlässt. Da können auch Titel wie „I Wanna Dance With Somebody“ oder „How Will I Know“ nicht mehr punkten.

„Jetzt aber schnell nach Hause, den CD-Player anschmeißen und Whitney so hören, wie wir sie alle in Erinnerung haben“, erklärt uns eine sichtlich enttäuschte Konzertbesucherin. Wie wahr, und doch so traurig.

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