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Die Stadt schließt die letzten Brandschutz-Lücken

BAD MÜNDER. Ferienzeit ist Bauzeit – die Abwesenheit von Schülern und Kindergartenkindern wird von der Stadt genutzt, um größere Vorhaben umsetzen zu können. Und größere Projekte stehen immer dann an, wenn Einrichtungen den Brandschutzrichtlinien entsprechend umgebaut werden.

Jafar Battal schneidet Fußbodenfliesen für die sanierten Toiletten in der Grundschule Bakede – die Lieferung der Wandfliesen verzögert sich. Fotos: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Brandschutz ist für die Stadt kein neues Thema, sehr wohl aber ein teures Thema. Seit 2014 bei einer Begehung deutliche Mängel an einem Schulgebäude festgestellt wurden, das zwei Jahre zuvor noch nicht beanstandet worden war, hat die Verwaltung viel Geld in die Hand genommen, um Objekt für Objekt prüfen und gegebenenfalls auch anpassen zu lassen. Ausgaben in Höhe von rund 1,43 Millionen Euro wurden mit der Vorstellung des Konzeptes bereits im Frühjahr 2015 genannt. Die lange Liste, die für Schulen und Kindergärten im Stadtgebiet aufgemacht wurde, ist nun fast abgearbeitet – in den Ferien sollen die Kindergärten in Eimbeckhausen, am Laurentiusweg und am Alten Teich fertig werden.

In Eimbeckhausen sind es gleich zwei Gebäude, die mit neuen Fluchttüren und Fluchttreppen versehen werden. Elektroarbeiten zur Ausschilderung der Fluchtwege sind notwendig, auch Tischler- und Maurerarbeiten, Metalltreppen werden montiert. Drei Wochen Zeit haben die Handwerker, um zumindest ein Gebäude auszustatten – durch interne Verschiebungen kann das zweite Gebäude noch für Arbeiten in der zweiten Ferienhälfte freigehalten werden. Die städtische Architektin Daniela Heidrich koordiniert die Arbeiten der Handwerker, und sie kennt auch den Kostenrahmen: Rund 114 000 Euro sind für die Kita Eimbeckhausen angesetzt, erwartet wird eine Förderung vom Landkreis in Höhe von rund 53 000 Euro.

In der Kindertagesstätte Laurentiusweg werden in den Ferien neue Wände gezogen, auch eine Brandschutzdecke wird eingebaut. Türen werden erneuert, neue zusätzliche Ausgänge geschaffen und auch eine Fluchttreppe aus Holz durch eine Treppe aus Metall ersetzt. Der Kostenrahmen: 109 000 Euro, 42 900 Euro davon sollen als Förderung vom Landkreis übernommen werden.

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Ein Job für den Tischler: In der Kita Eimbeckhausen werden neue Türen mit Fluchttürverschlüssen eingebaut.

Mehrere kleine Maßnahmen sind für die Kita Arche Noah am Alten Teich vorgesehen – insbesondere die separaten Fluchttüren aus den an die größeren Gruppenräume angeschlossenen Nebenräumen müssen neu gebaut werden. Optisch sollen sie sich möglichst unauffällig in die Fassade einpassen. An den Kosten in Höhe von 46 000 Euro soll sich der Landkreis mit rund 16 500 Euro beteiligen.

Die Abwesenheit von Schülern und Lehrern wird an der Grundschule Bakede für ein größeres Projekt genutzt: Die Erneuerung der kompletten Toilettenanlage. Die Besonderheit bei diesem Vorhaben, auf die Heidrich gerne hinweist: Die Stadt greift für die meisten Arbeiten auf eigene Fachkräfte zurück, die beim Bauhof beschäftigt sind. Mark Werhahn zeichnet für die Sanitärarbeiten verantwortlich und hat sich auch für den Einbau einer Entkalkungsanlage stark gemacht. „Das spart über die Jahre viel Geld“, sagt er. Bernd Tiedtke übernahm die Maurerarbeiten, Olaf Behrendt die Tischlerarbeiten. „Wir haben gute Handwerker, da ist schön, wenn wir sie auch einsetzen können“, sagt Heidrich.

Dass sich die Hackerattacke mit dem Computervirus Petya bis auf die Baustelle in der Grundschule Bakede auswirken würde, mussten die Verantwortlichen vor Ort auch zur Kenntnis nehmen: Weil die Rechneranlage des Großhändlers für Fliesen von der Cyberattacke betroffen ist, kann der Standort der für die Grundschule bestellten Fliesen nicht ermittelt werden – und die Lieferung verzögert sich.



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