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Lange Nacht der Orgel im Rahmen der Feierlichkeiten zum 20. Geburtstag

Die Rohlf-Orgel: keine alte Schnarre

Bad Münder (hm). Die akustisch beeindruckende Rohlf-Orgel in der münderschen Petri-Pauli-Kirche feiert in diesen Tagen nicht nur ihren 20. Geburtstag – sie wurde am 12. November 1989 geweiht – sondern sie bot auch den Rahmen für die zum vierten Mal durchgeführte fünfstündige Orgelnacht. Vier angehenden oder bereits tätige Kantoren und Kirchenmusiker aus Hannover zeigten an dem Instrument ihr Können.

Der Organistin Elisabeth Göbel assistiert Maike Ostermann.

Julian Heider, Kantor der gastgebenden Kirche, stellte den zahlreichen Besuchern auf der Empore zunächst die Orgelmusik im Allgemeinen und die Besonderheiten der Rohlf-Orgel vor. „Kirchenmusik, insbesondere Orgelmusik, macht die Kirche lebendig. Sie unterstreicht den christlichen Glauben mit unterschiedlicher Musik und begleitet und fördert die Emotionen durch ihre Dominanz“, erklärte er. Die Zuhörer konnten auch einen Blick in das Innere der Orgel werfen und staunten über die 4,80 Meter lange Pfeife, die den tiefsten Ton erklingen lässt, während die kleinste Pfeife einen Ton erzeugt, den nur die wenigsten Zuhörer vernehmen konnten.

Abendländische Orgelmusik sei ohne Orgelkultur und Gottesdienste nicht möglich. Voraussetzung sei es weiterhin, dass eine Orgel qualitativ hochstehende Möglichkeiten bieten sollte. Darum werde in dieser Orgelnacht Musik aus allen Stilepochen – der Beginn der Orgelmusik dürfte um 1350 gewesen sein – bis zum 21. Jahrhundert geboten, so Heider.

Zur Riege der Interpreten gehörte die noch junge, angehende Kirchenmusikerin Elisabeth Göbel. Sie studiert in Hannover Kirchenmusik mit dem Schwerpunkt Kirchenorgel. Mit der „Prélude et Dance fugée“ vom erblindeten französischen Komponisten Gaston Litaize (1909-1991) aus dem Jahr 1964 bewies sie, dass moderne Kompositionen durch den Einsatz des „Schnarre Klangelements“ in der Orgel in Bad Münder hervorragend klingen. Die Schnarre ist eine Röhre ähnlich der Pfeife, aber ohne Schlitz – die Tonerzeugung erfolgt ähnlich wie bei der Mundharmonika durch eine Metallzunge.

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Mit den „Variations on America“ vom Außenseiter der Orgelmusikkomponisten Charles Ives (1874-1954) wurden von ihr moderne Improvisationen auf und mit dem Kirchenmusikinstrument Orgel zu Gehör gebracht. Bis zur Mitternacht spielten dann im Wechsel Julian Heider, Maike Ostermann und Joachim Meyer nationale und internationale Kirchemusikstücke von Johann Sebastian Bach, Dietrich Buxtehude, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Alexandre Guilmant. Die Besucher konnten sich zwischen den Konzertdarbietungen im Turmraum bei einem Imbiss stärken und Gespräche mit anderen Konzertbesuchern und den Musikern führen.

Kantor Julian Heider führt Besucher auf die Orgel-Empore und zeigt, wie das Instrument funktioniert.

Fotos: hm



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