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"Obernkirchen blüht auf": Die Jury begutachtet 93 Meldungen / Hauptpreis wird ausgelost: Drei Tage Dresden

Die naturnahe Therapie für Körper, Seele und Geist

Obernkirchen (rnk). Auf die Jury wartet viel Arbeit, 93 Meldungen für "Obernkirchen blüht auf" wollen und sollen an einem Abend abgearbeitet werden. Mit einer derart starken Resonanz hatte Joachim Gotthardt als Vorsitzender des Vereins für Wirtschaftsförderung nicht gerechnet. Im Gegenteil: Nach der recht schwachen Beteiligung im letzten Jahr sah es eher danach aus, als würde die Verschönerungsaktion langsam auslaufen. Schön, dass es anderes kam.

Die Arbeit der Jury macht Spaß, weil der Garten der letzte Luxus dieser Tage ist, denn er fordert das, was in der Gesellschaft am kostbarsten geworden ist: Zeit, Zuwendung und Raum. Hier kommt man zur Ruhe in einer Welt voller Informationen, Bilder und Eindrücke. Hier, so drückt es die Auetaler Autorin Heidrun Kuhlmann aus,kann man sich sortieren, den vom vielen Grübeln und Denken so schwer geworden Kopf wieder freibekommen. Hier ist man nah dran am Geheimnis der Schöpfung, hier ist ein Therapeutikum für Körper, Seele und Geist, hier kann man sich entschleunigen, sich erden, sein Maß finden. Die Jury teilt sich in Gruppen auf, Maria Scholz und Beate Venckus besichtigen und beurteilen den Bereich der Innenstadt. Was auffällt: Jeder, aber wirklich jeder gemeldete Garten ist zumindest topgepflegt. Sicher, hier passen die Farben nicht zueinander, dort unterstreichen billige Plastiktöpfe nicht wirklich die pflanzliche Schönheit - aber gepflegt ist alles, nirgends sehen die beiden Floristikfachleute auch nur eine trockene Blume. Das sei, so schränkt Gärtnermeister Gerhard Kirchner später ein, aber nicht überall so, auf seiner Tour habe er den Eindruck, die Qualität der eingereichten Gärten und die der Vorbereiche habe nachgelassen. Erlaubt ist, was gefällt: Steingartenpflanzen, die den Weg säumen, Geranien, die die Fassade mit buntem Leben erfüllen, Hortensien mit ihren fußballgroßen Blüten, und immer wieder Stockrosen in allen Farben: "Das ist 2008 der Renner", erklärt Maria Scholz. Und im nächsten Jahr vielleicht schon wieder völlig out, denn die Moden im Garten, sie kommen und gehen: "Im letzten Jahr konnten wir gar nicht soviel grün-weiße Weide anbieten, wie die Leute haben wollten, dieses Jahr will sie keiner mehr." Beate Venckus wirft derweilen eine andere Frage auf: "Sind Blumen denn wirklich alles?" Denn gewertet wird ineinem System bis zu 100 Punkte. Und wer seine Blumen tipptopp in Ordnung hat, erhält in der Regel 70 bis 80 Punkte. Ein ganzer Garten allerdings, der hat immer seine Schwachstellen, der hat dieses von Bundes-Klinsmann einst angemahnte Steigerungspotenzial nach oben - und erhält nicht immer die volle Punktzahl. Nachgedacht werden könne daher, so regt Venckus an, über eine Aufteilung: hier die Bewertung des reinen Blumenschmuckes, dort die der ganzen Gärten. Dass die Obernkirchener Experten denüberwiegenden Teil der Jury stellen, hat einen großen Vorteil: Der Gärtner sieht auch, wo es vor zwei, drei Monaten schön aussah, wo sich die Hortensie schon im Frühjahr über das Dach ergießt, wo die Frühjahrsblüher die ersten Farbtupfer setzen und wo im Herbst noch einmal durchgeblüht wird. Allerdings, das soll nicht verschwiegen werden, gibt es auch Bereiche der Stadt, in denen wenig bisüberhaupt nichts blüht. Vor allem an der Rintelner Straße wirken viele Gärten vernachlässigt. Was besonders schade ist, weil die Straße auch eine Visitenkarte ist, mit der sich die Stadt den Besuchern zuerst vorstellt. Was es in diesem Jahr zu gewinnen gibt, steht mittlerweile fest: Einen dreitägigen Kurzurlaub in Dresden hat das Busunternehmen Mühlmeister in diesem Jahr als ersten Preis gesponsert, er wird unter den elf am höchsten bewerteten Anmeldungen ausgelost.




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