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Messingsberg: Weserberg-Freunde gegen Kammabtrag / Initiative appelliert an Landkreis, Politik und Industrie

"Die Natur darf sich den Steinbruch zurückerobern"

Rinteln/Landkreis (ur). In Sorge um die Zukunft des Wesergebirges und der touristischen Entwicklung speziell im Bereich des Messingsbergs wendet sich die Aktionsgemeinschaft Weserbergland an Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier und Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe als Grundeigentümer, aber auch an die Geschäftsleitungen der am Gesteinsabbau beteiligten Firmen mit der Forderung, einen Kammabtrag im Steinbruch Steinbergen abzulehnen.

Als Alternative dazu schlägt federführend Elke Reineking von der Initiative vor: "Der nicht mehr sichere Bereich des Messingsbergs soll abgesperrt bleiben, bis der Berg sich von selbst beruhigt hat und wieder als sicher gelten kann." Auch wenn dies ohne Eingriffe Jahrzehnte dauern könne, wäre dieser Zeitraum auch nichtgrößer als der, den eine Sanierung durch Kammabtrag erfordern würde. Als eine Ausgleichsmaßnahme für die dann nicht mögliche Nutzung des Areals für Zwecke des Tourismus und der Naherholung müsse der Steinbruch in der Westendorfer Egge zugänglich gemacht werden - wobei der Norddeutschen Naturstein GmbH (NNG) zur Auflage gemacht werden müsse, die dort noch vorhandenen Gebäude und Zäune zu entfernen: "Ansonsten halten wir es nicht für nötig, dort Anpflanzungen vorzunehmen: Die Natur darf sich den Seinbruch zurückerobern!" Wünschenswert sei aber eine Zuwegung durch ein System von Wanderpfaden ab Bernser Landwehr, Bernsen, Steinbergen, Buchholz und damit auch Bad Eilsen und durch Wanderwege auf der Südseite des Wesergebirges. Dazu gehörten dann auch Hinweisschilder auf Besonderheiten von Flora und Fauna, Sitzbänke und eine möglichst natürliche Streckenführung ohne Schotterauftrag. Auch der ehemalige Steinbruch Rohden solle in dieser Weise nutzbar gemacht werden. Von der NNG sei zu erwarten, dass sie auf die bereits erteilte Abbau-Genehmigung für den westlichen Teil des Messingsbergs verzichte: "Hier kann nicht weiter ausgebeutet werden, da der Kamm sonst weiter abrutschen wird und damit kein Widerlager mehr vorhanden ist." Und die Deutag solle ihr Mischwerk in Rohden schließen: "Aus Verantwortung gegenüber einer Region, die durch denGesteinsabbau ohnehin mit Landschaftsverlust in ihrer touristischen Entwicklung geschädigt ist." Dieser Verantwortung müsse sich auch Alexander zu Schaumburg-Lippe als Grundeigentümer stellen. Auch die Akzeptanz des Erlebnisparks Steinzeichen in der Bevölkerung könne nur gewinnen, wenn sich dessen Geschäftsleitung diesen Forderungen anschließe.




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