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Die mündersche SPD setzt verstärkt auf das Miteinander

BAD MÜNDER. Ein Jahr ist es her, da hatte die SPD in Bad Münder eine Frage zu erörtern, die die Partei zu spalten drohte: GroKo oder NoGroKo? Die Frage nach der Regierungsbeteiligung der SPD auf Bundesebene mündete in einer innerparteilichen Diskussion, die letztlich auch in Bad Münder zu Strukturveränderungen führte.

„Wir wollen alle das Beste für Bad Münder. Worüber wir streiten, sind nur die Wege dahin“, sagt Wilfried Hartmann. jhr
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Deutlichstes Beispiel: Die Auflösung der bisherigen Ortsvereine und das Zusammengehen in einem großen Ortsverein Bad Münder-Deister-Süntel. Vorsitzender des Vereins ist Wilfried Hartmann. Dessen Entschluss, mit seinem stärkeren Engagement für die SPD nicht erst auf den eigenen Ruhestand zu warten, fiel während eben jener Diskussionsveranstaltung vor einem Jahr. Und seitdem? Hartmann warb auf Veranstaltungen und in Einzelgesprächen, immer aber mit viel Einsatz für die Erneuerung der Strukturen auf lokaler Ebene. 240 Mitglieder zählt der zusammengefasste Ortsverein nun. „Wenn wir Vorstandssitzungen machen, haben wir alle Ortsteile an einem Tisch und die Sorgen und Nöte können gemeinsam diskutiert werden“, sagt er. Aus seiner Sicht ein „Riesenvorteil“, weil Vorhaben besser koordiniert werden können, niemand „außen vor“ bleibe.

Beteiligung auch von
Nicht-Parteimitgliedern

In der neuen Struktur ist auch die Bildung von Wohnbezirken vorgesehen, in denen gewählte Ansprechpartner installiert werden. Ebenfalls neu ist das Ziel, zu bestimmten Schwerpunktthemen öffentliche Arbeitskreise zu bilden. Beteiligen könnten sich dann auch Interessierte, die dazu nicht Parteimitglied sein müssten. Den Anfang soll eine öffentliche Diskussion mit dem Vorsitzenden des Ausschusses für Internationalen Handel im Europaparlament, Bernd Lange, im Theatersaal am Wall am 7. März machen, bei dem der Brexit und die Bedeutung der EU im Mittelpunkt stehen.

Gemeinsame Ziele sieht Hartmann aber nicht nur in der münderschen Sozialdemokratie, er erkennt auch ein umfassendes Ziel aller im Rat vertretenen Parteien. „Wir wollen alle das Beste für Bad Münder. Worüber wir streiten, sind nur die Wege dahin.“ Schnell ist der SPD-Vorsitzende bei der von der CDU initiierten Initiative Bad Münder 4.0. Er begrüßt sie von ihrem grundsätzlichen Ansatz her, als Gewerkschafter bezeichnet er allerdings den gewählten Begriff als schwierig. „4.0 ist für mich die vierte industrielle Revolution und die Digitalisierung der Wirtschaft.“ Der Begriff sei unglücklich, dass etwas gemacht werden soll, sei allerdings „top“. Und daher will Hartmann der CDU auch die Hand reichen: „2010 haben wir hier in Bad Münder das Zukunftsentwicklungsprogramm entworfen. Ganz viele Menschen haben mitgearbeitet. Es ist ein lebendiges Programm“, sagt er. Vieles, was Bad Münder voranbringen könnte, sei dort bereits aufgeführt, teilweise auch bereits begonnen. „Was es eigentlich braucht, ist der Anstoß. Lasst uns auf der Grundlage dieses Zukunftsentwicklungsprogramms, wo alles schon zusammengetragen wurde, aufbauen und es gemeinsam weiterentwickeln.“

Hartmann wünscht sich ein Programm, das unabhängig von Wahlen und einem möglichen Auslauf-Zeitpunkt weiterentwickelt wird. „Die Ressourcen, die darauf verwendet werden, sollten gemeinsam und über ein Wahl-Datum hinaus für die Stadt eingesetzt werden.“

Zusammenarbeit hält Hartmann auch in einem anderen Bereich für wichtig. Die Europawahl in diesem Jahr sei von außerordentlicher Bedeutung, aber in der SPD herrsche die Sorge, dass die Wahlbeteiligung einen Tiefststand erreichen könnte. „Wenn wir in Europa nicht mit einer Stimme sprechen, haben wir in der Welt bald nichts mehr zu sagen“, befürchtet Hartmann. Er hat daher die anderen im Stadtrat vertretenen Parteien angeschrieben, um eine gemeinsame Werbeaktion für die Beteiligung an der Europawahl und ein demokratisches friedliches Europa zu starten.



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