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Amt geht von Rudolf Leers an Maria Gierse-Westermeier über

„Die Mühen des Schiedsamtes“

Nienstädt (gus). Der Wechsel im Schiedsamt der Samtgemeinde Nienstädt ist vollzogen: Richter Armin Böhm, Direktor des Amtsgerichts Bückeburg, hat Rudolf Leers verabschiedet und Maria Gierse-Westermeier als Nachfolgerin willkommen geheißen.

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Nach sechs Jahren legt Leers das Amt nieder. Böhm dankte dem scheidenden Schiedsmann ebenso wie Nienstädts Samtgemeindebürgermeister Rolf Harmening für die Bereitschaft, die sensible Tätigkeit übernommen zu haben. Leers habe die Aufgabe zur vollen Zufriedenheit des Gerichts ausgeübt.

Der Amtsgerichts-Direktor erinnerte an die zunehmende Bedeutung des Schiedswesens, das es seit 1827 – seinerzeit in Preußen eingeführt – gebe. Seit Anfang des zu Ende gehenden Jahres sei das Streitschlichtungsverfahren zwingend erforderlich, bevor jemand mit einem klassischen Nachbarschaftsstreit vor Gericht ziehen will. Hat der Kläger zuvor nicht den zuständigen Schiedsmann bemüht, werde die Klage abgewiesen.

Dies betreffe sowohl den üblichen „Zaunzank“ wie auch viele Fälle von Beleidigung und leichter Körperverletzung. Böhm selbst hat nach eigener Aussage jüngst erstmals eine Klage nicht zugelassen, weil es kein Mediationsverfahren gegeben hatte.

Dass Menschen aus der jeweiligen Umgebung als Schiedsleute von Kommunen agieren, ist Böhms Worten zufolge ein praktikabler Weg. Schließlich kennen diese ihre „Pappenheimer“. Auch Leers habe offenbar gute Kontakte zu den Einwohnern der Samtgemeinde gehabt. Der frühere Gemeindebrandmeister bestätigt dies und illustriert mit einer Anekdote das, was Böhm „die Mühen des Schiedsamtes“ nennt.

Eine Liekwegerin hat Leers demnach einmal um Hilfe gebeten, weil Äste eines Baumes auf einem Nachbargrundstück vom Sturm zu ihr herübergeweht worden waren. Die ältere Frau sah sich außerstande, das Holz eigenhändig zu entfernen. Also sagte Leers zu, die örtliche Jugendfeuerwehr damit zu beauftragen. Die Nachwuchsbrandlöscher hätten dies wohl auch getan. Doch die Ironie war, dass die Liekwegerin sich zwischenzeitlich selbst jemanden für die Aufgabe gesucht hatte.

„Oft scheitert es an Schubladendenken, dass Menschen miteinander reden“, so Böhm. Denn im Dialog ließen sich Streitigkeiten oft schnell beilegen. Leers, der nach eigenen Angaben pro Jahr nur ein bis zwei Schiedsverfahren geleitet hatte, konnte in Vorgesprächen mit den Streitparteien bereits manchen Konflikt aus der Welt räumen.

Mit Urkunde, Blumen und Präsent wurde der Helpser aus seinem Amt verabschiedet. Böhm wünschte Gierse-Westermeier einen guten Einstieg in das Schiedswesen. „Es kann auch traurige Fälle geben“, warnte der Richter die neue Streitschlichterin der Samtgemeinde Nienstädt vor.



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