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Die Maststallgegner formieren sich

Bad Münder. Die Front der Maststall-Gegner formiert sich – und sie wird immer breiter. Rund 30 Teilnehmer verzeichneten die Organisatoren jetzt bei einer Wanderung, bei der ein Eindruck von den Abständen zwischen Klinik und Maststall-Areal vermittelt werden sollte.

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Ausgangspunkt der Wanderung war die Deister-Süntel-Klinik am Deisterhang. In Nettelrede traf die Gruppe mit Anwohnern aus dem Bereich Bergweg und Ächternfeld zusammen, gemeinsam erkundeten sie das Gelände, auf dem Landwirt Alfred Wente einen Maststall für 1200 Schweine errichten möchte.

Den ersten Anlauf zu diesem Projekt unternahm Wente bereits vor mehr als dreieinhalb Jahren. Politik und Verwaltung reagierten, überrascht von dem Vorhaben, zunächst mit einer Veränderungssperre, die die Entwicklung eines eigenen Bebauungsplanes absichern sollte – und den Planern Zeit verschaffte. Wente erhöhte mit der Ankündigung eines weiteren Maststalls – diesmal für 1800 Schweine – am Eilenberg und damit außerhalb des von der Stadt überplanten Gebietes Oberer Deisterhang den Druck. Die Ankündigung der Politik, dieses Vorhaben nicht blockieren zu wollen, wurde allgemein als Signal für das Interesse an einer Verständigung gewertet.

Mit den Anträgen für das Maststall-Vorhaben bei Nettelrede hatte Wente ein Keim-Gutachten einreichen müssen. „Dieses Gutachten bescheinigt die Unbedenklichkeit der Anlage, doch wir zweifeln es an“, erklärte Anne Zuzmann vom Nabu Bad Münder während der Wanderung mit anderen Maststall-Gegnern. „Wir kämpfen zwar alle für unsere jeweiligen Belange, doch wir werden uns auch vernetzen und wenn nötig gemeinsam auftreten“, kündigte Zuzmann an. Der Nabu setze sich für einen Natur- und Erholungsstandort Bad Münder ein. Die Anwohner fürchten ein höheres Verkehrsaufkommen, Geruchsbelästigungen und Werteverluste ihrer Immobilien.

Die Kliniken am Deisterhang haben wiederum andere, sehr massive Bedenken, sie sorgen sich grundsätzlich um den Gesundheitsstandort. Inzwischen hat Dr. Jürgen Borghardt von der Deister-Süntel-Klinik ein eigenes Gutachten erstellen lassen, das zu anderen Ergebnissen als das des Landwirts kommt. „Darin heißt es, dass die entstehenden Keime bei so einer Anlage ein hohes Risiko für die Patienten darstellen. In unserer Klinik liegen Menschen, die durch Reha-Maßnahmen, nach Transplantationen oder Operationen unter Immunschwächen leiden und daher besonders gefährdet sind. Wenn auch nur ein multiresistenter Keim einen immungeschwächten Patienten erreicht, dann sind wir machtlos und es besteht Lebensgefahr“, so Borghardt. Als Hygienebeauftragter der Klinik fallen Keimbelastungen in sein Ressort.

Wichtig sei den Kliniken am Deisterhang, dass die Auflagen zu Immissionen eingehalten werden und die Einhaltung auch überprüft wird, so Borghardt. Auch dürfe eine Genehmigung für 1200 Schweine nicht der Fuß in der Tür zu einer Erweiterung der Anlage sein. Letztlich müssten die Interessen eines Betriebes denen der Kliniken und Bildungseinrichtungen mit ihren vielen Mitarbeitern am Deisterhang gegenübergestellt werden, argumentiert der Facharzt.oe



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