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Die letzte Einschulung

Hachmühlen. „Wir wollen unseren neuen Mitschülern einen völlig unbeschwerten Start ermöglichen“, sagt Ursula Börns, Leiterin der Grundschule Hachmühlen. Abschiedschmerz und Wehmut möchte sie von den sieben Jungen und Mädchen fernhalten. Ganz gelingen kann das aber nicht: Die Kinder sind die letzten in der Geschichte Hachmühlens, die im Ort eingeschult werden.

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Bei der Feier am Sonnabend in der festlich geschmückten Aula waren alle Organisatoren bemüht, die bevorstehende Schulschließung auszuklammern. Börns und ihren sechs Kolleginne ist wichtiger: „Seit vier Jahren haben wir jetzt endlich wieder vier eigenständige Klassen.“

In einem Begrüßungslied trugen die Zweit- bis Viertklässler den Neuankömmlingen noch einmal die Vorzüge der kleinen Schule vor, ehe ein kleines Theaterstück über eine Waldschule die Neugier und Spannung auf den ersten Schultag steigerte.

Dann nahm die neue Klassenlehrerin der Abc-Schützen, Silke Kleuker, ihre Schützlinge mit in den Klassenraum. Bereits zum fünften Mal leitet die 40-jährige aus Elze kommende Pädagogin eine erste Klasse. Während die Neuen hinter verschlossener Tür ihre ersten Schulerfahrungen sammelten, diskutierten die Eltern auf dem Schulhof bei einem von Gabi Warnecke und Ulrike Biester vom Förderverein servierten Imbiss.

„Wir sind noch nicht überzeugt, dass das das letzte Wort ist“, so der Vater des gerade eingeschulter Kilian Maxen. „Schau’n mer ma’. Wir geben die Hoffnung nicht auf.“ „Wir werden das eine Jahr hier noch genießen“, hat sich Melanie Matuszak-Röhrig vorgenommen, die in den vergangenen Jahren den Widerstand gegen die Schließungspläne mitorganisiert hatte: „Natürlich ist das tragisch. Aber für die Kinder müssen wir das Beste daraus machen.“

Eine „gute Fahrt“ wünschte auch die Hachmühler Pastorin den neuen Grundschülern und lud sie zum Gottesdienst ein. Freude, Spannung und frohe Erwartung waren einerseits zu spüren, andererseits aber auch Wut. Vor allem darüber, dass kein Vertreter der Stadt zur letzten Einschulung gekommen war. „Da traut sich keiner. Das spricht doch für sich“, kommentierte ein Vater mit spürbarer Verbitterung.

An den münderschen Grundschulen werden jetzt 606 Kinder unterrichtet. Vor sechs Jahren waren es noch 815 Erst- bis Viertklässler.hzs



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