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Doch wer haftet bei Dachlawinen?

Die Last mit dem Schnee kann gefährlich werden

In diesem Winter müssen Fußgänger und Autofahrer in der Nähe von Häusern wieder vermehrt mit Dachlawinen rechnen. Nicht immer weisen allerdings Warnschilder oder Absperrungen auf die drohende Gefahr hin. Da fragt es sich, wer für Schäden durch Dachlawinen eintreten muss. Wie so oft: Eine eindeutige Antwort darauf gibt es nicht. Mal muss der Hausbesitzer, mal der Betroffene selbst für den Schaden aufkommen.

Wenn’s taut, dann kommt hier ganz schön was runter. Bei Schäden durch Dachlawinen haftet aber nicht immer der Hausbesitzer

Der Hausbesitzer haftet für den Schaden durch Dachlawinen, wenn ihn ein Verschulden trifft, wenn er also Pflichten versäumt hat. Diese Pflichten sind aber nicht nur regional sehr unterschiedlich ausgestaltet; sie hängen auch noch zum Beispiel von der Neigung des Daches, von der Lage des Hauses – ob es etwa an einer belebten Verkehrsstraße liegt –, aber auch von den jeweiligen Witterungsbedingungen ab.

Verhältnismäßig einfach ist der Fall, wenn ein Hausbesitzer vorschriftswidrig keine Schneefanggitter an seinem Dach angebracht hat. Im Schadensfall wird dann grundsätzlich davon ausgegangen, dass er haftet. Es gibt aber keineswegs eine bundeseinheitliche Regelung darüber, ob Schneefanggitter vorhanden sein müssen. Insbesondere in „schneearmen“ Gebieten werden solche Gitter meist nicht verlangt, es sei denn, das Dach ist besonders steil. Hat aber der Hausbesitzer alle baulichen Vorschriften eingehalten, dann wird man ihm kaum etwas anhaben können. Zumindest dort, wo es wintertags nicht oft schneit, ist er zu weitergehenden Vorkehrungen normalerweise nicht verpflichtet. Selbst wenn in solchen Gegenden einmal mehr Schnee fallen sollte und damit die Gefahr von Dachlawinen besteht, ist es eher den Verkehrsteilnehmern zuzumuten, sich hierauf einzurichten und nicht an solchen Gefahrenstellen ihren Wagen zu parken.

Keine Regel ohne Ausnahme: Zusätzliche Maßnahmen sind von Richtern bereits für erforderlich gehalten worden, wenn das Dach einen Neigungswinkel von über 38 Grad hat, das Gebäude an einer belebten Straße liegt und eine Schneehöhe erreicht ist, die bei Tauwetter Unbill verursachen kann. Allgemein gesagt: Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Ansonsten gilt: Hätte der von einer Dachlawine Geschädigte eigentlich damit rechnen müssen, dass nicht nur Gutes von oben kommt, wird ihm zumindest Mitverschulden angerechnet. Im Einzelfall kann das Mitverschulden eines Autofahrers so stark überwiegen, dass er oder seine Versicherung den Schaden allein tragen muss. Andererseits kann sein Mitverschulden auf null sinken, wenn es bereits dunkel war oder das Dach vom Parkplatz aus nicht direkt eingesehen werden konnte.



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