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Nach wochenlangem Streit ein Kompromiss: Es gibt in diesem Jahr zwei unzufriedene Stadtkönige

Die K-Frage wird zum Stresstest der Schützen

Bad Münder (jhr). Um die höchste Würde, die ein Schütze im Bereich der Stadt Bad Münder erlangen kann, ist ein heftiger Streit entbrannt. Nach wochenlangem Schriftwechsel und mehreren Krisensitzungen der Vorsitzenden der zehn Schützenvereine im Stadtgebiet wurde jetzt ein Kompromiss in der Frage des Stadtschützenkönigs 2011 erzielt – der sichert zwar das weitere Miteinander der Vereine, eine glückliche Lösung sieht allerdings anders aus, sind sich viele Betroffene einig.

Hier legt Gerd Gehlen zu seinem Siegerschuss beim SSV-Königsschießen an.  Foto: oe

Zum Hintergrund: Beteiligen dürfen sich am Schießwettbewerb um die Würde des Stadtkönigs die amtierenden Könige der zehn Schützenvereine. Da zwei Könige am Wettbewerbstag verhindert waren, nutzten sie die Gelegenheit zum „Vorschießen“ – und wunderten sich nach der Bekanntgabe des Schießergebnisses am Stadtschützentag Anfang Juli über ein nicht nachzuvollziehendes Ergebnis. Als Schütze mit dem besten Ergebnis landete SSV-König Gerd Gehlen nur auf Platz zwei, während Joachim Reimann, König des SV Horrido Nienstedt, mit dem drittbesten Schießergebnis als Stadtkönig ausgerufen wurde. Gehlen hatte vorab geschossen, Reimann im Wettbewerbsfenster. Gehlen protestierte gegen diese Entscheidung – und die Wogen in Schützenkreisen kochten hoch. Unterschiedliche Auffassungen zur grundsätzlichen Zulässigkeit des „Vorschießens“ wurden laut, persönliche Dissonanzen mischten sich mit diversen Auslegungen der Sportordnung, deren Anwendung für diese Wettkampfart wiederum in Zweifel gezogen wurde. Zu heftigen Auseinanersetzungen kam es auch zwischen SSV und SV 07 mit ihren Vorsitzenden Lothar Jaschinski und Peter Przykopanski, die den Wettbewerb gemeinsam ausrichteten. Erst jetzt verständigten sich alle zehn Vereine, sowohl Reimann als auch Gehlen eine Königsscheibe zu überreichen. Ihre Namen kommen beide auf die Königskette, tragen darf sie in diesem Jahr niemand. Die Vereine sicherten sich gegenüber der Öffentlichkeit Stillschweigen zu – aber die beiden Stadtkönige lassen sich den Mund nicht verbieten. „Ich bin bereits 2002 um die Königswürde gebracht worden. Noch einmal wollte ich das nicht mit mir machen lassen. Das mit diesem Schmu muss doch einmal ein Ende haben“, erklärt Reimann sein Festhalten an der ihm bereits zugesprochenen Königswürde. Und auch Gehlen wollte die Königswürde nicht kampflos fahren lassen: „Die Gelegenheit, um so eine Auszeichnung schießen zu dürfen, gibt es nicht oft. Wenn ein Vorschießen stattfindet, dann muss es auch gewertet werden“, sagt er. Zufrieden sind beide mit dem vereinbarten Kompromiss nicht – vor dem Hintergrund des drohenden „Komplettbruchs“ der heimischen Schützen stimmen sie zu.



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