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Was uns die Bienen schenken: Auf dem Wochenmarkt findet man viele ihrer gesunden Produkte

Die honigsüße Wunderwaffe aus der Natur

Hameln. Süß, lecker, gesund: Honig verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen und wird als Bakterienkiller erster Güte seit alters her gern als Heilmittel bei Erkältungen und Verletzungen eingesetzt. Schon in der Steinzeit nutzte der Mensch Honig als Nahrungsmittel, wie es 9000 Jahre alte steinzeitliche Höhlenmalereien mit „Honigjägern“ zeigen. Um 3000 v. Chr. galt im alten Ägypten Honig als „Speise der Götter“ und als Quelle der Unsterblichkeit: Ein Topf Honig wurde mit dem Wert eines Esels aufgewogen. Um 400 v. Chr. lehrte Hippokrates, dass Honigsalben Fieber senken und dass Honigwasser die Leistung der Athleten bei den antiken Olympischen Spielen verbesserte.

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Antibakteriell, blutbildend, darmregulierend und wundheilend wirkend, kann man mit dieser süßen Medizin überhaupt nichts falsch machen. Friedrich Nagel kennt sich mit Bienen aus, weiß alles über Honig und steht bei Wind und Wetter mit seinem Freund Siegfried Scheel auf dem Hamelner Wochenmarkt, um Honig und Honig-Produkte an den Mann (und an die Frau) zu bringen. Als Lehrer hat er früher auch Biologie unterrichtet und „dadurch viel Zugang zu den Bienen“, wie er sagt. Seine Ehefrau Ursula ist Imkerin. Bei Nagels wird alles selbst gemacht. Die Ernte aus den Bienenstöcken an sechs verschiedenen Stellen im Weserbergland kommt für die Lagerung in 40-Kilo-Behältnisse: „Die Gläser für den Wochenmarkt werden daraus handverfüllt“, erzählt Nagel.

Honig ist ein Gemenge von Frucht- und Traubenzucker, Duft- und Schleimstoffen, Ameisensäure, ätherischen Ölen und Wasser. Bienen sammeln dafür den Nektar aus vielen Tausenden Blüten: Für ein Kilo müssen 4000 Bienen den ganzen Sommer über arbeiten. Sie fermentieren und verdichten den Nektar, lagern ihn in den Zellen des Bienenstocks ab. Und schaffen so ein Nahrungs- und Heilmittel, das nicht nur für den Menschen von unschätzbarem Wert ist.

Statistisch gesehen leidet jeder erwachsene Deutsche zwei bis dreimal pro Jahr an einer Erkältung. Doch nicht nur dann ist Honig hilfreich. Auch als Mittel zur Wundbehandlung wird er eingesetzt. Wissenschaftler aus Wales und der Schweiz haben herausgefunden: Honig enthält neben vielen anderen Inhaltsstoffen Gluconsäure, Wasserstoffperoxid und Inhibine. Die Gluconsäure sorgt für ein saures Milieu im Honig. Dadurch werden viele Keime an der Vermehrung gehindert. Wasserstoffperoxid schädigt den Stoffwechsel der Krankheitserreger. Als Inhibine bezeichnet man eine Gruppe verschiedener entzündungshemmender Wirkstoffe. Die antibiotischen Wirkstoffe im Honig rücken sogar den gefürchteten Stämmen der Staphylokokkus-Bakterien zu Leibe, wie kanadische Wissenschaftler festgestellt haben: So schlägt Honig bei Nebenhöhlenentzündung sogar Antibiotika, weil er auch resistente Bakterien abtötet.

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Von der berühmten „heißen Milch mit Honig“ aber sollte man sich verabschieden: Besser ist es bei Erkältungen, den kalt geschleuderten Honig pur auf der Zunge zergehen zu lassen. „Große Hitze kann den antibakteriellen Effekt mindern oder sogar zerstören“, weiß Nagel.

Auf dem Markt gibt es bei ihm Honiggläser von Raps bis Heide und von 3,70 Euro pro Glas bis 7,20 Euro. „Heidehonig ist so teuer, weil es davon nur wenig gibt“, sagt Siegfried Scheel und erklärt: „Für Heide-, Tannen- und Waldhonig hat es im letzten Jahr keine Ernte gegeben.“ Etwas Besonderes sind Löwenzahn-, Buchweizen- und Fenchelhonig. Die verschiedenen Sorten und ihr Aroma:

Rapshonig ist ein cremiger oder auch fester Honig mit mildem Aroma.

Akazienhonig hat einen milden, lieblichen Geschmack und eignet sich gut zum Süßen von Tee.

Löwenzahnhonig ist ein Honig von sehr kräftigem, aromatischem, recht süßem Geschmack.

Sonnenblumenhonig hat einen charakteristischen, kräftigen Geschmack. Er riecht etwas harzig.

Heidehonig hat ein kräftiges Aroma. Typisch ist seine geleeartige Konsistenz.

Lindenhonig ist ein extrem süßer Honig von typisch fruchtigem Geschmack.

Kleehonig hat eine sehr dünne Konsistenz und einen milden Geschmack.

Edelkastanienhonig ist ein sehr kräftiger, herber, im Nachgeschmack etwas bitterer Honig.

Buchweizenhonig besitzt ein sehr kräftiges, rübensirupartiges Aroma. Er ist ungewöhnlich dunkel.

Doch nicht nur Honig bekommt man auf dem Wochenmarkt, sondern auch Honigprodukte wie Cremes, Dusch- oder Bein-Gel und Shampoo, Bonbons, Lippenpflege und Kerzen. Letztere werden von Imkerin Ursula Nagel in Handarbeit hergestellt. Und natürlich gibt’s auch Honig-Met und Blütenpollen: „Das sind echte Power-Pakete“, weiß Friedrich Nagel. Sie enthalten Eiweiße, Kohlenhydrate, Lipoide, Hormone, Mineralstoffe und Spurenelemente. „Zwei Löffel pro Tag“, empfiehlt Nagel als Jungbrunnen.

Auch viele Honigprodukte findet man beim Friedrich Nagel auf dem Wochenmarkt.

Jungbrunnen und süße Medizin: Honig hat ist nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund. Siegfried Scheel (li.) und Friedrich Nagel kennen sich aus und bieten auf dem Wochenmarkt viele Sorten und Produkte an.

Fotos: Dana

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