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Der Rannenberger Heinrich Wente tritt bei der Kommunalwahl nicht mehr an

Die Hälfte des Lebens im Rat

Sein halbes Leben war der Rannenberger Heinrich Wente im Auetaler Gemeinderat tätig und Ortsvorsteher des Auetaler Bergdorfes. Viel hat er für Rannenberg erreicht, doch jetzt will er sich aus dem politischen Geschehen zurück ziehen.

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Autor:

von Kerstin Lange

RANNENBERG. Sein Vater ist Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Rannenberg gewesen und nach der Gebietsreform von 1974 bis 1981 Ortsvorsteher. So war es Heinrich Wente quasi in die Wiege gelegt, sich ebenso für das Auetaler Bergdorf einzusetzen und im Rat der Gemeinde mitzuwirken. 1981 trat er erstmals zur Wahl an – als Kandidat auf der Liste der Wählergemeinschaft Auetal (WGA). Er erhielt die absolute Mehrheit in Rannenberg und viele zusätzliche Stimmen aus den weiteren Ortsteilen. Seitdem ist er Ratsmitglied und Ortsvorsteher. „Wir halten in unserem kleinen Ort zusammen“ „Das ist die Hälfte meines Lebens“, stellte Heinrich Wente fest, der demnächst seinen 70. Geburtstag feiert. Jetzt sollen Jüngere ran, meint der Rannenberger, der bei der Kommunalwahl am 11. September nicht mehr antritt. „Ich werde weiter Vorsitzender der Dorfgemeinschaft bleiben und mich so weiter für Rannenberg einsetzen, aber aus der Ausschuss- und Ratsarbeit halte ich mich künftig raus“, so Wente. Die gewonnene Freizeit will er mit seiner Familie und im großen Garten verbringen.

Wente übergibt einen „sanierten“ Ort mit einer intakten Dorfgemeinschaft. „Nun ja, bis auf den Bullerborn, den man noch zähmen muss, stehen in Rannenberg in den nächsten Jahren keine größeren Maßnahmen an. Wir sind wunschlos“, sagte Wente im Gespräch mit unserer Zeitung. Gespannt wolle er die Wahlen verfolgen, denn in Rannenberg kandidieren mit Bela Lange (Grüne) und Thorsten Niedert (CDU) zwei Kandidaten. „Es ist üblich, dass diejenige oder derjenige mit den meisten Stimmen Ortsvorsteher wird“, so Wente. „Als Ratsherr kann ich sicherlich keine Bäume ausreißen und alles umkrempeln. Aber ich werde mich bemühen, Ihre Wünsche und Anliegen im Rahmen des Möglichen durchzusetzen“, hatte Wente den Wählern 1981 versprochen. Dieses Versprechen hat er gehalten. Über zwei Jahrzehnte lang war die Dorferneuerung für Heinrich Wente eine sehr wichtige Aufgabe. 2001 wurde Rannenberg in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen. Es folgte viel Arbeit für Wente und den dann gegründeten Arbeitskreis. „Doch ich denke, dass unser Ort damit erheblich gewonnen hat“, so Wente. Zahlreiche private und öffentliche Maßnahmen wurden im Rahmen der Dorferneuerung umgesetzt. Die Rannenberger Straße wurde umfangreich erneuert, die Brinkstraße, der Kern von Bodenengern und die Straße „In der Reete“. Außerdem bekam die Straße zwischen Rannenberg und Bodenengern eine neue Decke.

Ein Großprojekt war der Umbau des Dorfgemeinschaftshauses 2006. Ein „Vorzeige-Dorfgemeinschaftshaus“ sei entstanden. „So was geht nur mit ganz viel Engagement der Bürger und mit der Unterstützung der Gemeinde“, stellte Wente fest. 3500 Stunden Eigenleistungen seien vollbracht worden. „Ich glaube nicht, dass das heute noch in diesem Umfang machbar ist“, so Wente. „Auch wenn hier in Rannenberg noch immer recht viele Bürger mit anpacken, wenn es um den Frühjahrsputz, die Säuberung der Straßenränder und Arbeitseinsätze auf dem Spielplatz geht.“

Die Sanierung des Denkmals, das Anfahren von Perlkies für den Bereich, die Grabenräumung sowie die Erneuerung von Straßenschildern – es gab immer etwas, um das sich Wente kümmern musste.

Als Ortsvorsteher war Wente stets Verbindungsperson zwischen Einwohnern und Verwaltung. So mancher Ausweis wurde zwischen dem Rathaus und Rannenberg hin und her getragen, Zuständigkeiten wurden geklärt, Wünsche der Bürger weitergeleitet und Termine mit der Verwaltung wahrgenommen. Dabei war es von Vorteil, dass Wente bei der Sparkasse in Rehren beschäftigt war, also nur wenige Schritte vom Rathaus entfernt. Mit Beginn seiner politischen Karriere 1981 war Wente Mitglied im Feuerschutzausschuss, den er seit 2001 leitet. Mehrere Wahlperioden war er im Bauausschuss tätig und seit 2011 ist er stellvertretender Ratsvorsitzender. „Heute herrscht ein angenehmes Klima im Gemeinderat und zwar parteiübergreifend im gesamten Rat. Ich erinnere mich an wesentlich rauere Zeiten, besonders in den Jahren bis etwa Mitte der 90er- Jahre“, erzählt Wente. Trotzdem hätten ihm die politische Arbeit und seine Aufgaben als Ortsvorsteher immer Freude bereitet. „Na, und ganz höre ich ja nicht auf“, so Wente. Seit 1999 ist er Vorsitzender der Dorfgemeinschaft; einer Dorfgemeinschaft, die wirklich aktiv und intakt ist. „Wir halten in unserem kleinen Ort mit 210 Einwohnern gut zusammen und daher macht es mir Spaß, mich weiter für die Rannenberger einzusetzen“, so Wente. Er werde also weiterhin an der Gestaltung und Verschönerung des Ortsbildes arbeiten, für die Pflege öffentlicher Bereiche sorgen, Veranstaltungen wie Fahrten, Wanderungen, Feste oder Seniorennachmittage organisieren, Gottesdienste in der Friedhofskapelle, das Bilderarchiv fortführen und die eigene Homepage der Dorfgemeinschaft bestücken.

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