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Stadt und Kreis sind sich nun einig / Experte wird Planungen auch im Hinblick aufs AEG überprüfen

Die Gesamtschule soll groß rauskommen

Hameln (mafi). Es war eine „Elefantenrunde“, die im Hamelner Rathaus tagte – und nach einigem Hin- und Herwiegen der Köpfe trabt die Herde aus Stadt und Landkreis nun einträchtig in eine Richtung: Die Integrierte Gesamtschule (IGS) an der Basbergstraße in Hameln soll räumlich zu einer zukunftsfähigen und qualitativ hochwertigen Einrichtung weiterentwickelt werden. Dazu gehört auch die Möglichkeit, ihre Schüler zum Abitur zu führen. Einig sind sich die Spitzenvertreter von Kreis- und Stadtverwaltung, die Fraktionschefs von Kreistag und Stadtrat sowie die schulpolitischen Sprecher nun aber auch, das Schulzentrum Nord „ganzheitlich“ zu betrachten. Vor der Investition von weiteren knapp 6,5 Millionen Euro in neue Räume, Etagen und Gebäude – da sind die Kosten für die Oberstufe noch gar nicht enthalten – wird noch einmal eine Expertise angefordert. Ein Architekt, „der Erfahrung mit dem räumlichen und dem pädagogischen Konzept einer IGS hat“, soll die vorliegenden Planungen überprüfen und dabei den Blick auch auf die Bedürfnisse des benachbarten Albert-Einstein-Gymnasiums (AEG) richten. Angestrebt wird nach Auskunft der Beteiligten „die optimale Lösung mit minimalen Kosten“.

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In den vergangenen Monaten war heftig über die Zukunft von IGS und AEG diskutiert und spekuliert worden. Geht eine Oberstufe der IGS – die siebte Abitur-Möglichkeit in Hameln – nicht zulasten des AEG? Ist dessen Bestand damit gefährdet? In der harmoniegetränkten Pressemitteilung, die Stadt und Kreis gestern Nachmittag, drei Tage nach dem Treffen, veröffentlicht haben, wird das Einstein-Gymnasium namentlich nicht erwähnt. Aus Teilnehmerkreisen heißt es, diese Schule solle vorläufig mit vier Klassen pro Jahrgang weitergeführt werden. Landrat Rüdiger Butte drückt es diplomatisch aus: „Der Landkreis unterstützt die IGS als wichtige Ergänzung der hiesigen Schullandschaft. Wir wollen eine bauliche Lösung, die den Erfordernissen der IGS ebenso gerecht wird wie dem Elternwillen und dem demografischen Wandel.“ Das bedeutet: Der Gesamtschule wird durch Investitionen von Kreis und Stadt – jeder zahlt die Hälfte – eine echte Chance gegeben, aber niemand wird gezwungen, diese Schulform zu besuchen. Nicht ausgeführt wird, was passiert, wenn sich die IGS etabliert, mit ihrem Konzept zu einem landkreisweit wirkenden Magneten wird und gleichzeitig das Interesse am Besuch eines Gymnasiums und anderer Schulen sinkt.

Derzeit sind die Anmeldungen für die Gymnasien trotz einer insgesamt sinkenden Schülerzahl stabil. Die IGS in Hameln speist sich vor allem noch aus Schülern mit Haupt- oder Realschulempfehlung. Schulleiterin Gudrun Kruppe sagt: „Eine eigene Oberstufe ist anzustreben, weil die IGS-Schüler auf das Abitur ganz anders als im Gymnasium vorbereitet werden.“ Vieles werde in Freiarbeit von den Schülern in Kleingruppen selbstständig erlernt.

„Stadt und Landkreis sind sich einig, wie wichtig die Schulform IGS für die Region ist“, versichern Butte und Stadträtin Gaby Willamowius. Deshalb müsse die Planung auf eine solide Basis gestellt werden. „Die IGS findet große Akzeptanz, und wir wollen, dass sie sich weiter positiv entwickelt.“ Die Elternbefragung aus dem Jahr 2010 und die Anmeldezahlen belegten das große Interesse. Ziel sei es, dass kein Kind, das die IGS besuchen möchte, abgewiesen werden muss. Die intensiven Diskussionen und die Überprüfung der Planungen haben die bisherige Terminplanung zur Makulatur werden lassen. Deswegen soll nun mit „mobilen Sofortmaßnahmen“ ermöglicht werden, dass im Sommer der nächste Jahrgang in die IGS aufgenommen werden kann. Der Unterricht läuft während der Planungs- und Bauphase also teilweise in Container-Räumen. Gebuddelt wird voraussichtlich erst ab dem nächsten Jahr.

Sollten die bisherigen Entwürfe umgesetzt werden, wird der Komplex der alten Sertürner-Realschule aufgestockt und um einen Trakt, das Haus „Integra“, „für schulübergreifende Nutzungen“ auf dem zur Basbergstraße gelegenen Schulhof erweitert. Die Stadtverwaltung sieht sich auch beim AEG in der Pflicht, weil diese Schule das „Haus Mileva“ bereits an die IGS abtreten musste und seitdem über Raumprobleme klagt.

Termin: Die IGS stellt sich den Viertklässlern und ihre Eltern vor. Am Freitag, 22. Februar, gibt es einen Tag der offenen Tür – von 15 bis 16.30 Uhr und von 17 bis 18.30 Uhr.



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