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Auf diesen Strecken im Weserbergland kommt es häufig zu tödlichen Unfällen

Die gefährlichsten Straßen

Auf Deutschlands Straßen sterben jeden Tag zehn Menschen. Insgesamt 3606 Verkehrstote hat das Statistische Bundesamt kürzlich für das Jahr 2012 gemeldet, Tiefststand seit Beginn der Statistik vor mehr als 60 Jahren. Auf den Straßen in Niedersachsen kamen im vergangenen Jahr 490 Menschen ums Leben, 50 weniger als im Vorjahr. Auch die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr sank 2012 bundesweit – um 2,1 Prozent auf 384 100.

Autor:

ROBERT MICHALLA und Sabine Ränsch

Die gefährlichsten Strecken in Niedersachsen listet der neue Gefahrenatlas auf, ein Angebot der Landesverkehrswacht. Auf dieser Karte sind die Strecken eingezeichnet, auf denen in den vergangen drei Jahren mehrere Verkehrsteilnehmer verletzt wurden oder mehrere Menschen starben. Eine der gefährlichsten Straßen in der Region ist demnach die Autobahn 2. Zwischen August 2010 und Dezember 2011 ereigneten sich dort fünf Unfälle, bei denen auch Menschen ums Leben kamen. Ebenso gefährlich ist – durchaus überraschend – die Bundesstraße 238 bei Rinteln. Dort ereigneten sich zwischen April 2011 und März 2012 drei Unfälle, bei denen Menschen starben. Auch auf der Bundesstraße 83 bei Hameln, der Landesstraße 426 bei Bad Pyrmont und der Landesstraße 550 bei Holzminden, der Bundesstraße 240 bei Dielmissen und der Bundesstraße 64 bei Stadtoldendorf ereigneten sich tödliche Unfälle.

Eine der unfallreichsten Strecken im Weserbergland ist laut Gefahrenatlas die Landesstraße 424 bei Hameln. Zwischen Juni 2009 und Juli 2012 kam es dort zu zehn Unfällen, bei denen Menschen verletzt wurden. Auch auf der Landesstraße 441 bei Rinteln ereigneten sich zehn Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kamen. Auf der Bundesstraße 1 bei Aerzen gab es neun Unfälle mit mehreren Verletzten, ebensoviele auf der Landesstraße 423 bei Coppenbrügge. Autos und Straßen sind in der Vergangenheit zwar sicherer geworden, aber es gibt nach Überzeugung von Experten Potenzial, die Zahlen noch weiter zu senken. Handlungsbedarf sehen sie vor allem auf Landstraßen. Im Jahr 2012 ereigneten sich 60 Prozent der tödlichen Unfälle auf Landstraßen und 29 Prozent innerorts. „Die Autobahnen sind unser kleinstes Problem“, sagt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Unfälle passierten vor allem in Situationen wie dem Abbiegen oder Überholen.

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) mahnt indes ein Umdenken an. Tempo 30 in Städten müsse die Regel werden, sagt VCD-Expertin Hänel. Um die Einhaltung des Tempolimits zu überprüfen, könnten bald auch mehr Blitzer am Straßenrand stehen. Auf Landstraßen machen Brockmann vor allem „Baumunfälle“ Sorgen. Jeder dritte tödlich Verletzte auf Landstraßen sei mit einem Baum kollidiert. Helfen könnten Schutzplanken, die freilich Geld kosteten. „Für Alleen ist Geld da, aber nicht für Schutzplanken“, bemängelt Unfallforscher Brockmann weiter.

Weitere Informationen unter gefahrenatlas-niedersachsen.de

Seit Jahrzehnten geht die Zahl der

Verkehrstoten in Deutschland zurück.

Dennoch sterben im Schnitt täglich

zehn Menschen bei Unfällen. Besonders gefährlich sind dabei Landstraßen und Städte. Fast 90 Prozent der tödlichen

Unfälle ereignen sich auf diesen Strecken. Seit Kurzem listet die Landesverkehrswacht in ihrem Gefahrenatlas die gefährlichsten Strecken in Niedersachsen auf. Tödliche Strecken gibt es demnach auch im Weserbergland.

Grafik: Wal Quelle: Gefahrenatlas




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