weather-image
Serie "Traditionsgaststätten" - Teil 1: Strückens Knickkrug ist ein Geheimtipp für alle Radfahrer und Fischliebhaber

Die Gäste kommen aus Hamburg, Bremen und Berlin

Hohenrode/Strücken (clb). Seitüber 190 Jahren ist der "Knickkrug", die Traditionsgaststätte mit Pensionsbetrieb, die sich an der Landstraße zwischen Strücken und Hohenrode befindet, im Besitz der Familie Bünte. Und seit über 50 Jahren ist Christa Bünte inzwischen dabei - und sorgt gemeinsam mit ihrem Ehemann Horst und ihrem Sohn Horst-August dafür, dass das Essen pünktlich auf dem Tisch steht, die Übernachtungsgäste stets frischbezogene Betten haben und das alles blitzt und blinkt.

Das Kochen ist ihre Leidenschaft, die Küche ihr zweites Zuhause:

Alles begann 1959 - als die 23-jährige Extenerin ihren Mann Horst kennenlernte und anschließend in den Familienbetrieb einheiratete. Obwohl sie das Gaststättenleben von zuhause aus nicht kannte, hat sie sich von Anfang an dort heimisch gefühlt. "Ich habe eigentlich alles gerne gemacht", erzählt die heute 72-jährige Christa Bünte. Damals, als zu der Gastwirtschaft noch ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Kühen, Schweinen und Hühnern sowie eine Fischerei gehörte, war die Arbeit noch anders strukturiert. "Da wurde erst gemolken und dann ging es in den Betrieb", erinnert sie sich. "Und um 8 Uhr stand das Frühstück auf dem Tisch, wenn die Sommergäste ka- men." Die "Sommergäste", wie Christa Bünte sie nennt, prägen den "Knickkrug" auch heute noch. Von Mai bis Oktober machen die Fahrradfahrer, die auf dem Weserradweg unterwegs sind, besonders gerne einen Abstecher nach Strücken, um bei den Büntes Quartier zu beziehen und die gutbürgerliche Küche des Hauses zu probieren, für welche die Traditionsgaststätte weit und breit bekannt ist. "Unsere Gäste kommen aus Bremen und Hamburg, dem Ruhrgebiet und sogar aus Berlin", erklärt die Wirtsfrau. Kein Wunder, denn die Speisekarte reicht von selbst zubereiteten Bratkartoffeln bis hin zu würzigen Aal-Spezialitäten. "Früher haben wir die Aale noch selbst in der Weser geangelt", erzählt die Wirtsfrau. "Heute bekommen wir sie geliefert." Aber, fügt sie schnell hinzu, natürlich auch aus der Weser. Heute organisieren die Büntes hauptsächlich Familienfeiern, Konfirmationen und Hochzeiten, führen den Pensionsbetrieb mit den sechs Doppel- und drei Einzelzimmern und haben abends die Gastwirtschaft geöffnet. Vom "Tagesgeschäft" mit regelmäßigem Mittagstisch hat sich die Familie zurückgezogen. Natürlich hat sich das Gaststättenwesen im Laufe der Jahre auch verändert: "Früher gingen die Leute regelmäßig in die Wirtschaft, das ist heute leider nicht mehr so", bedauert Christa Bünte. Abends sind es hauptsächlich die langjährigen Stammgäste, die sich auf den Weg in die Schänke machen, das Gespräch mit dem Nachbarn suchen und den neuesten Dorfklatsch austauschen. Der Name "Knickkrug" istübrigens weder - wie von vielen angenommen - durch die kurvenreiche Straße noch durch den Weserbogen entstanden, sondern durch das benachbarte Waldstück. "Früher war hinter unserem Haus ein Wald, den alle ,Im Knick' nannten", erinnert sich Christa Bünte. Und so sei dann auch der Name "Knickkrug" entstanden, den die Gastwirtschaft übrigens schon so lange trägt, wie sie denken kann. Wie lange die Büntes ihren Familienbetrieb leiten, steht bislang noch in den Sternen. Im Moment ist jedoch noch kein Ende absehbar. "Wir machen so lange weiter, wie es unsere Gesundheit erlaubt", versichert Christa Bünte. Im nächsten Jahr wird in den eigenen Räumen aber erst einmal so richtig gefeiert - denn dann kann das Wirtspaar auf 50 goldene Ehejahre zurückblicken... Neue Serie: In loser Folge wird unsere Zeitung an dieser Stelle aus Traditionsgaststätten auf den Dörfern berichten.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt