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Hohe Widerstandskraft bei Klimaerwärmung / Oldendorf beginnt mit Wiederaufforstung nach "Kyrill"

Die Elsbeere wird der neue Trend-Baum

Weserbergland (rd). Zwölf Monate hieß es in den heimischen Wäldern, die Verwüstungen durch "Kyrill" aufzuräumen. Jetzt beginnen die Wiederaufforstungen von gut 180 Hektar Fläche im Forstamt Oldendorf. Dieses wird aber angesichts der von den Baumschulen zu liefernden Mengen an benötigten und stark nachgefragten Baumarten, wie zum Beispiel dem Bergahorn, nicht in einem Jahr abgeschlossen sein. "Angesichts der nachgewiesenen Klimaerwärmung muss bei etwas so Langlebigem wie einem Waldbaum auch an künftige standörtliche Veränderungen gedacht werden", erklärt Forstdirektor Christian Weigel. Wärmeliebende und zeitweilige Trockenheit ertragende Baumarten, wie Eiche, Douglasie und andere seien daher in die Planung des "neuen Waldes nach Kyrill" im Forstamtsbereich mit einbezogen worden.

Die Elsbeere (Foto oben) liebt einen trocken-warmen Kalkstandort

Eine durch den Sturm hinterlassene große Kahlfäche auf dem Amelungsberg ist eine der ersten bepflanzten Flächen und wird nicht nur im Forstamtsgebiet, sondern auch für ganz Niedersachsen, eine Besonderheit sein. Denn dort wächst fortan die seltene Elsbeere und dazwischen in geringerer Stückzahl die Eibe. Die Elsbeere liebt einen trocken-warmen Kalkstandort, den sie auf dem Amelungsberg vorfindet, sowie ausreichende Licht- und Nährstoff-verhältnisse. Gegenüber der Elsbeere wächst die Eibe langsam und soll die Baumstämme dieser beschatten, damit nicht immer wieder ausschlagende Zweige und Seitenäste die Holzqualität nachteilig verändern. Natürlich vorkommende Eiben gibt es übrigens im Hohensteingebiet und dort vor allem direkt am Felsen. Dass diese Bäume nicht häufiger im Wald zu finden sind, mag seinen Grund darin finden, dass sie in früheren Jahrhunderten aus den Wäldern verbannt wurden, denn: "Für Pferde ist sie giftig, und welcher Holzrücker wollte schon, dass sein Pferd in einem unbeobachteten Moment Eibenzweige fraß und dann elendig zugrunde ging," erläutert Christian Weigel. Interessanterweise sei die Eibe aber für Rehe nicht giftig und werde von diesenTieren auch gerne gefressen. Deshalb wird diese Neukultur in den ersten Jahren auch durch einen Zaun geschützt. "Zusammen haben die beiden Baumarten gute Chancen, hier alt und groß zu werden, selbst wenn das Klima künftig noch wärmere Durschnittstemperaturen aufweist", so der Forstdirektor. Und in 120 Jahren könne man sich dann der Frage widmen, ob man aus dem Holz wertvolle Möbel, Musikinstrumente oder Messgeräte herstellen will. Eine Nutzung sei aber schon früher möglich - die der Beeren der Elsbeere. In Frankreich wird aus ihnen gern ein guter Schnaps gebrannt.

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