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Szenekneipe im Insolvenzverfahren

Die "Destille" hat zu viele Deckel gemacht

Bückeburg (rc). Eine gastronomische Institution der Stadt steht erneut vor dem Aus: die "Destille". Anfang der Woche eröffnete das Amtsgericht Bückeburg das Insolvenzverfah ren, zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Stephan Höltershinken bestimmt. Er versucht derzeit, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Seine Einschätzung: "Es sieht eher düster aus." Bereits 2003 stand die Kneipe vor dem Aus, konnte aber an einen neuen Gastronom verpachtet werden, dem weitere Pächter folgten.

Die "Destille" ist seitüber 35 Jahren eine Institution in der Bückeburger Kneipenszene und war in ihren besten Zeiten der Anlaufpunkt für Generationen von Schülern, Bundeswehrsoldaten und Blindows. Für viele Bückeburger wurde sie zu einer Art zweiter Heimat: Dort traf man sich, dort klönte man. 2003 stand die Destille auf der Kippe, weil die damalige Betreiberin eine Steuerschuld nicht begleichen konnte, schon damals wurde aber auch über einen starken Rückgang der Umsätze geklagt. Auch fünf Jahre später sind "erhebliche Umsatzrückgän- ge" der Grund für die erneute Krise. Allein im vergangenen Jahr wurden "hohe Verluste erwirtschaftet", so der vorläufige Insolvenzverwalter Stephan Höltershinken. Nach Informationen unserer Zeitung soll es sich um eine Summe im deutlich fünfstelligen Bereich handeln. Wie Höltershinken sagte, verschafft er sich derzeit ein Bild über die wirtschaftliche Lage der Kneipe und erhält den Geschäftsbetrieb derzeit - noch - aufrecht. Wie lange dies noch gelinge, sei fraglich. Das Problem: "Die Destille arbeitet bei weitem nicht kostendeckend." Festangestellte Mitarbeitergibt es nicht, es sei nur mit Aushilfen gearbeitet worden. Zusammen mit dem Vermieter und einem Getränkehändler hat sich der Insolvenzverwalter auf die Suche nach einem neuen Pächter begeben. Ob einer gefunden werden kann, schätzt Höltershinken eher pessimistisch ein. "Es ist unser letzter Hoffnungsschimmer, wir versuchen es."



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