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Mit welchem Problem wohin? Hiwiko-Schüler auf Beratungsrallye in Hameln

„Die beißen nicht“ – Hilfe suchen

Bad Münder (st). David ist erst 16 Jahre alt, aber er hat bereits ein ausgewachsenes Problem: Nach einmaligem Geschlechtsverkehr mit seiner gleichaltrigen Freundin ist diese jetzt schwanger. Er will das Kind nicht und hat aus Frust zum Joint gegriffen. Zu allem Überfluss hat er Schulden – Handy-Schulden. Zum Glück ist David nur eine Erfindung der Sozialpädagogin Viola Butzlaff. Mit der fiktiven Biografie Davids und drei weiterer Problemfälle haben sich jetzt Schüler der achten Klasse der münderschen Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule auf Beratungsrallye durch Hameln gemacht.

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Jeweils sechs Schüler waren gemeinsam unterwegs, sind als eine gedachte Person von Beratungsstelle zu Beratungsstelle gelaufen und haben erlebt, wie es sich anfühlt, Hilfe zu suchen. „Die waren alle total nett“, sagt der 15-jährige Ahmed, und seine Mädels-Gruppe pflichtet ihm bei. Peroine (15) und Lena-Marie (14) sagen, dass ihnen die Rallye geholfen habe und sie jetzt wüssten, welche Anlaufstellen es im Problemfall gäbe. Neben der Drogenberatungsstelle (Drobs) besuchten die Schüler die Schuldnerberatung der Awo, die Schwangerschaftsberatung der Diakonie und das Jugendamt.

„Es ist wichtig, dass die Kinder sehen, dass die Mitarbeiter in den Beratungsstellen nicht beißen“, sagt Butzlaff, die für die vom Land geförderte Projektreihe Niko (Niedersächsische Kooperations- und Bildungsprojekte) in Hameln tätig ist. „Die fiktive Geschichte, mit der sie die Stellen aufsuchen, dient den Jugendlichen als Schutz, der die ersten Hemmungen nehmen soll“, sagt Butzlaff und fügt hinzu: „Es ist auch schon dazu gekommen, dass Jugendliche im Laufe des Gesprächs weg von der Geschichte hin zu ihren eigenen Problemen gekommen sind.“ Das sei äußerst positiv, sagt Butzlaff, denn das zeige, dass die Betroffenen Vertrauen zu den Hilfspersonen aufgebaut hätten. Das sei der erste Schritt zu einer erfolgreichen Beratung.

Und was kam am Ende bei den Beratungen heraus: „David soll sich eine Prepaid-Karte für‘s Handy holen, die Schulden in Raten abbezahlen und mit seiner Freundin gemeinsam zum Frauenarzt gehen“, erzählt Ahmed. Gut, dass er drüber gesprochen hat. Vielleicht ergibt sich dann eine Lösung – eine fiktive.

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Anika (15) in einem fiktiven Drogenberatungsgespräch mit Sozialpädagogin Regine Höhl. Der Raum ist gemütlich eingerichtet mit zwei bunten Cocktailsesseln, die Atmosphäre angenehm.



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