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Die Aufholjagd der HF Springe kommt zu spät

SPRINGE. Ein Handballspiel dauert 60 Minuten. Der HSV Hamburg, Spitzenreiter der 3. Liga Nord, war am Sonnabend froh darüber. Für die HF Springe, Gastgeber im Topspiel, hätte es fünf Minuten länger dauern können.

Kein Durchkommen: Die Hamburger Leif Tissier, Lukas Ossenkopp und Jan Forstbauer (v. l.) halten Springes Jonas Borgmann auf. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Denn ihre Aufholjagd endete beim 30:33 (12:17). Hamburg vergrößerte seinen Vorsprung auf den Tabellendritten Springe so auf fünf Punkte.

Dass es eine so knappe Niederlage für die Gastgeber werden würde, hätte in der 40. Minute keiner der 626 Zuschauer – Saison-Rekordkulisse an der Harmsmühlenstraße – gedacht. Zu dem Zeitpunkt führten die Gäste mit 24:14 und HF-Trainer Oleg Kuleshov nahm seine dritte und letzte Auszeit. „Ich habe gesagt, dass wir unserem Publikum zeigen müssen, dass wir Handball spielen können“, berichtete er später. Und das taten seine Spieler.

Bis dahin „haben wir Springe an die Wand gespielt“, sagte HSV-Kapitän Lukas Ossenkopp, der von 2014 bis 2016 das Springer Trikot trug. Die Hamburger spielten wie aus einem Guss, verteidigten „wie aus dem Lehrbuch“, so Ossenkopp und ließen im Angriff nichts anbrennen. Was auch an der schwachen Torwartleistung lag. Weder Mustafa Wendland noch der kurzfristig verpflichtete Adam Weiner, der erst am Freitag das erste Mal mit der Mannschaft trainiert hatte, brachten in der ersten Dreiviertelstunde eine Hand an den Ball.

Im Angriff versuchten es die Springer zu oft erfolglos aus dem Rückraum oder über den Kreis – dabei waren sie meistens dann erfolgreich, wenn sie das Spiel breit machten und über die treffsicheren Außen Fabian Hinz und Pawel Pietak – beide leisteten sich keine Fehlversuche und spielten 60 Minuten durch – zum Abschluss kamen.

Nach der dritten Auszeit aber änderte sich das Bild. Kuleshov stellte die Abwehr um, zog erst Fabian Hinz vor, dann auch Hendrik Pollex und Jonas Borgmann. Das schmeckte dem starken Hamburger Rückraum gar nicht. Jetzt steigerte sich auch Weiner im Tor, die HF eroberten plötzlich immer mehr Bälle und liefen Gegenstöße. Von 21:29 (49.) verkürzten sie auf 26:29 (52.). Nun leistete auch das Springer Publikum den mehr als 100 mitgereisten und lautstarken Hamburger Fans akustischen Widerstand – es wurde höllisch laut in der Halle.

Auf weniger als drei Tore kamen die Springer aber nicht mehr heran – weil ihnen die Geduld fehlte. So spielte Maximilian Schüttemeyer 60 Sekunden vor Schluss einen Fehlpass zum Kreis – Hamburgs Marius Fuchs machte per Gegenstoß das 33:29 für die Gäste, deren Fans daraufhin „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ skandierten.

Die HF reisen am Sonnabend zum Verfolgerduell beim Tabellenzweiten TSV Altenholz. Mit einer Leistung wie in der letzten Viertelstunde gegen Hamburg, könnten sie dem Tabellenführer dort Schützenhilfe leisten – Ossenkopp hat seinen Ex-Kollegen schon eine Bier-Prämie in Aussicht gestellt.

HF Springe: Wendland, Weiner – Pietak (8), Hinz (7/4), Schüttemeyer (5), Preiß (4), Niewrzawa (3), Pollex (3), Otto, Borgmann, Krok, Eichenberger (n. e.), Bormann (n. e.). Zeitstrafen: 3.

HSV Hamburg: Peveling, Plaue – Ossenkopp (9/4), Forstbauer (8), Fuchs (6), Bauer (3), Tissier (2), Weller (2), Rix (2), Herbst (1), Jonsson, Kohnagel, Ehlers, Vogt. Zeitstrafen: 2.



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