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Auf Wiedersehen, Sommer – auch der Herbst hat seine schönen Seiten

Die allerletzten Farbtupfer

Die spröde und braun gewordenen Blütenköpfchen der Zinnien (Zinnia) haben nur noch wenig Farbe und sehen doch wunderschön aus.

Autor:

Jens F. Meyer

Die Eichen tragen Kupfergold, und rot ist das Kleid der Korkspindel. Doch es bleiben nur noch Reste übrig von der Herbstcouleur, denn die späten Oktobertage läuten das Finale ein.

Manche edle Robe ist ein dünnes Kleidchen geworden; die letzten Blätter warten darauf, jetzt zu Boden fallen zu müssen nach einem Sommer, der trocken und heiß war und einem Herbst, der wie Sommer war. Dafür bleiben noch die schmachtenden Blicke entzückter Blumenbeobachter an den Blüten der Stauden und Einjährigen hängen, die bis zum Frost nicht aufhören wollen, noch ein Lächeln aus ihrem Grün zu zaubern.

Da ist also zum Beispiel die Fülle des Goldmohns (Eschscholzia californica), die orangefarbene Tupfer überall dort hervorsprudeln lässt, wo er sich in den vergangenen Jahren selbst aussäen durfte. Da sind zumal die Tagetes, die noch kräftige Farben hervorbringen; bei den Zinnien ist das nicht mehr ganz so üppig der Fall – nur noch vereinzelt streckt sich ein noch farbiges Köpfchen dem Himmelslicht entgegen neben all dem braunen Vergangenen. Dass die Frische und das Verwelkte zusammen eine besondere Kunst darstellen, kann man hier sehr gut beobachten.

In Bronzegold verglühend präsentieren sich jetzt die Hohen Fetthennen (Sedum).
  • In Bronzegold verglühend präsentieren sich jetzt die Hohen Fetthennen (Sedum).
Aus der sattgrünen Silberwurz (Dryas octopetala) ist eine kunterbunte Blattsammlung geworden.
  • Aus der sattgrünen Silberwurz (Dryas octopetala) ist eine kunterbunte Blattsammlung geworden.
Der Goldmohn (Eschscholzia) ist einer derer einjährigen Pflanzen, die bis zum ersten Frost immer wieder neue Blüten entfalten. Fotos: ey / sas
  • Der Goldmohn (Eschscholzia) ist einer derer einjährigen Pflanzen, die bis zum ersten Frost immer wieder neue Blüten entfalten. Fotos: ey / sas

Weiterhin fleißig bemüht, noch ein wenig Farbe in das grauer werdende Umfeld zu mischen, ist auch der Borretsch, ob mit weißen oder blauen Sternchenblüten. Und hier offenbart sich Gartenbesitzern, die den Herbstputz nicht ganz so ernsthaft betreiben, ein Vorteil, der sich erst im kommenden Jahr bemerkbar macht: die (wilde) Selbstaussaat! Denn der Borretsch taucht wie auch die Ringelblumen und der Mohn aus Ecken und Rabatten auf, für die er gar nicht vorgesehen war. Der Samen verbringt den Winter draußen und nimmt nicht Schaden. Auf gewisse Weise ein kleines Wunder, denn immerhin muss er monatelang ausharren und darauf hoffen, nicht als kleine Zwischenmahlzeit einem Singvogel zu dienen.

Und die Gartenbesitzer? Sie können sich freuen auf Blüten auch im kommenden Jahr. Sie pflanzen jetzt womöglich noch Stauden, weil der Boden warm ist und es geregnet hat. Sie setzen auch Gehölze, endlich, da die Dürre des Sommers langsam aus der Erinnerung weht. Sie ernten noch ein wenig und harken Laub zusammen und sie freuen sich, dass ein Gartenjahr nicht zwölf Monate dauert. Denn in der Tat: Herbst und Winter sind dazu da, den Garten auch einmal zu genießen, indem er keine Arbeit macht.



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