×
36 bedürftige Familien bekommen Beihilfe / "Vor Freude Tränen in den Augen"

Diakonie unterstützt sozial Schwache: 120 Euro erleichtern den Schulstart

Rinteln (rd). Das Diakonische Werk hat 36 Familien mit insgesamt 58 Kindern und Jugendlichen zum neuen Schuljahr mit Beihilfen für die Anschaffung von Schulbüchern, Schul- und Lernmaterialien unterstützt. Das bilanziert Kirchenkreissozialarbeiter Martin Barwich in einer Pressemitteilung: "Alle Antragsteller konnten ihre Bedürftigkeit nachweisen und sind unterstützt worden."

In der Regel handelte es sich dabei um Hartz IV-Empfänger. Es seien aber auch Geringverdienende unterstützt worden, deren Einkommen nur knapp über den Hartz IV-Sätzen liegt. Das Diakonische Werk gewährte Pauschalen von bis zu 120 Euro bei einer Einschulung und bis zu 40 Euro bei laufendem Schulbesuch. Die Antragsteller mussten die Ausgaben fürSchulbedarf durch Quittungen belegen. Insgesamt wurden 2770 Euro für Schulbeihilfen an Bedürftige weitergegeben. Diese Unterstützung ist laut Barwich nur möglich gewesen durch die Spenden Einzelner und aus den Kirchengemeinden heraus: "Herzlichen Dank allen Spendern!" Als besonders hilfreich habe sich zudem erwiesen, dass das Projekt Schulkinder Teil der in diesem Jahr von der Hannoverschen Landeskirche gestarteten Kampagne "Zukunft(s)gestalten - allen Kindern eine Chance" ist, die schlechter gestellte Familien mit insgesamt einer Million Euro unterstützt. Schirmherrin ist die Landesbischöfin Margot Käßmann. Darüber hinaus ist das Projekt von der Bürgerstiftung Schaumburg unterstützt worden, entsprechend dem Motto "Zukunftsinvestition Jugend". In der Beratungspraxis sei bei den Betroffenen deutlich die große Erleichterung zu spüren gewesen, wenn etwa eine Familie mit vier Kindern (darunter eine Einschulung) einen Zuschuss von insgesamt 240 Euro erhalten konnte, so berichtet Barwich: "Einer Mutter standen vor Freude die Tränen in den Augen, weil sie mit einer derart unbürokratischen Hilfe gar nicht mehr gerechnet hatte." Bei all der gelungenen Hilfe und dem Engagement von Kirche, Bürgerstiftung und Einzelnen bleibt für Barwich doch ein bitterer Nachgeschmack bei diesem Projekt bestehen: "Wann wird endlich die Gesetzeslücke bei Hartz IV geschlossen und der jährliche Bedarf an Schulsachen bei den Regelsätzen mit berücksichtigt?" Bisher stünden gerade mal 1,80 Euro monatlich für Schreibwaren zur Verfügung - "lächerlich". Die Kosten für eine Einschulung zwingen laut Barwich die einkommensschwachen Familien in die Verschuldung. Die Politik stehe in der Versuchung, das breite bürgerliche Engagement lediglich für ihre rigide Sparpolitik auszunutzen. Und die geplante Erhöhung des Kindergeldes bringe für die ALG II-Bezieher keine Entlastung: Das Kindergeld wird bei Hartz IV als Einkommen abgezogen. Barwich: "So ist zu befürchten, dass auch im nächsten Jahr zahlreiche Eltern nicht wissen werden, wovon sie die Schulsachen ihrer Kinder bezahlen sollen." Kontakt: Diakonisches Werk, Bäckerstraße 8, (05751) 9621-0.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt