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Elisabeth-Selbert-Schüler zu Gast bei Austauschschülern in Nowy Sacz

Deutsch-polnische Freundschaft

HAMELN/NOVY SACZ. Insgesamt 15 Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums, der Fachschule Heilerziehungspflege und der Berufsfachschule Ergotherapie der Elisabeth-Selbert-Schule haben im Rahmen des deutsch-polnischen Jugendaustauschs Nowy Sacz in Südpolen und dort das Lyzeum Nr. 1 Jan Dlugosz besucht.

Begleitet wurden sie dabei von der Schulleiterin Gisela Grimme und den Lehrerinnen Birgit Roick-Graf und Dietlind Quandt.

Im Juni dieses Jahres hatten polnische Schülerinnen und Schüler des oben genannten Lyzeums bereits die Elisabeth-Selbert-Schule in Hameln besucht. Das gegenseitige Kennenlernen in den jeweiligen Gastfamilien war das Ziel.

Jetzt waren die polnische Schule und die Familien der polnischen Schüler die Gastgeber. Herzlich wurde die Austauschgruppe von Schulleiter Andrzej Padula und seinen Kolleginnen begrüßt und mit dem polnischen Schulleben eines Gymnasiums vertraut gemacht.

Anschließend zeigten die polnischen Schüler in einer von ihnen auf Deutsch vorbereiteten Stadtführung die wunderschöne Stadt Nowy Sacz. Den Höhepunkt bildete der Empfang im Rathaus bei der Stadtpräsidentin, was in Deutschland dem Amt einer Bürgermeisterin entspricht. Sie betonte zusammen mit den Schulleitern Gisela Grimme und Andrzej Padula die Bedeutung des Austausches und beantwortete Schülerfragen.

Am Freitag fand bei schönstem Wetter eine Floßfahrt auf dem Fluss Dunajec durch den Pieniny-Nationalpark statt. Das Wochenende verbrachte die deutsche Austauschgruppe in den Gastfamilien. Dort standen unterschiedliche Ausflugsziele auf dem Programm: beispielsweise die Burg Dunajec, das beeindruckende Salzbergwerk in Wieliczka, der Hochseilgarten und die schöne Architektur in Krynica.

Am Montag fuhr die ganze Gruppe nach Auschwitz und weiter nach Auschwitz-Birkenau. Sie besuchten dort die Gedenkstätte, erhielten zahlreiche Informationen und eine Führung im Lager. In einem Workshop erarbeiteten sich die jungen Menschen anhand von persönlichen Unterlagen Lebensläufe von Menschen, die hier getötet worden waren.

Die Schülerinnen und Schüler waren angesichts der gezeigten Beispiele über das Grauen sehr betroffen. Besonders berührten sie die verschiedenen Schicksale, die Ungewissheit und das systematische und geplante Auseinanderreißen von Familien. Dass es so schlimm war, hatten sie sich nicht vorstellen können. Sie spürten die Kälte und Unmenschlichkeit, mit der Gefangene während der Nazi-Zeit dort behandelt worden waren. Unvorstellbar fanden sie, dass mehr als eine Million Menschen dort gestorben waren. Anhand persönlicher Gegenstände, zum Beispiel Koffer, Schuhe und menschlichem Haar, die in großen Mengen in Auschwitz ausgestellt sind, wurden die Schicksale besonders anschaulich.

Einige Schülerinnen und Schüler äußerten abschließend folgendes: Aus Auschwitz nehmen wir mit, dass wir aus dem, was passiert ist, für die Zukunft lernen müssen, damit diese furchtbaren Gräueltaten sich niemals wiederholen. Nach dem Besuch in Auschwitz ist angesichts der Überreste der riesigen Schuh- und Haarberge klar, dass der Holocaust eine historische Tatsache und nicht zu leugnen ist und wir uns mit ihr auseinandersetzen müssen.

Am Ende der Reise besuchte die Austauschgruppe die wunderschöne Stadt Krakau. Nach einer Stadtführung bei bestem Wetter backten alle die traditionellen Obwarzanki: Hefekringel in verschiedene Geschmacksrichtungen.

Es wurde deutlich, dass trotz unterschiedlicher Ansichten zu manchen Themen, große Gemeinsamkeiten zu finden sind. Die Schüler sowohl der polnischen wie auch der deutschen Gruppe äußerten, dass sie durch diese gemeinsame Zeit aus ihrer „Komfort-Zone“ herausgekommen und viel über die jeweils andere Kultur gelernt haben. Interessante Gespräche, besonders auch am Wochenende, über die unterschiedlichen Themen aus Politik, Geschichte, Musik und Kultur haben stattgefunden.

Es waren ganz normale Themen, die junge Erwachsene beschäftigen und weder die Nationalität noch die Herkunft spielten dabei eine Rolle. Wichtig war der Mensch.

Die Schüler der Elisabeth-Selbert-Schule sind sich einig: „Die polnischen Familien haben uns ganz viel Gastfreundschaft entgegengebracht. Vielen Dank dafür.“

Die begleitenden Lehrkräfte Gisela Grimme, Birgit Roick-Graf und Dietlind Quandt dankten ihren beiden polnischen Kolleginnen Ewa Wsowicz-Bodziony und Barbara Lorek, die diesen Austausch betreuten, und dem Schulleiter des Gymnasiums in Nowy Sacz, Andrzej Padula.




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