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Januaräußerst mild und nass / Ist der Februar noch zu retten?

Der Winter bleibt ein Trauerspiel

Landkreis. Die Aufführung des so genannten Winters bleibt ein Trauerspiel. Hauptakteure sind wie gehabt ein umfangreiches Tiefdrucksystemüber dem Nordostatlantik und Skandinavien und ein Hoch von den Azoren bis zum Alpenraum. Erhebliche Temperaturunterschiede zwischen beiden Druckgebilden treiben eine stramme Westströmung an, mit der Sturm- und Orkanwirbel vom Nordatlantik nach Osteuropa gesteuert werden. Sie beeinflussen uns mit Regen, Wind und milden Temperaturen im Wochenverlauf mal mehr und mal weniger. Fünf bis zehn Grad am Tag und frostfreie Nächte sind eine traurige Botschaft für alle Winterfreunde. Erst zum Wochenende deutet sich wieder eine Abkühlung an.

Statt Schneeschmelze hat Regen die Weser im Januar kräftig anste

Autor:

Reinhard Zakrzewski

Der Januar ist eigentlich der kälteste Monat des Jahres. Doch wie so oft in den letzten Jahren, kam es wieder mal ganz anders. 5,5 Grad erreichte das Januarmittel im Schaumburger Land - und damit 4,1 Grad zu viel. Zum Vergleich: Der Januar 2007 schaffte es sogar auf ein Plus von 4,6 Grad. Winterlich zeigte sich der Monat allenfalls zu Beginn durch einen kurzen Kaltluftvorstoß aus Osteuropa mit dem einzigen Schneedeckentag in den Niederungen am 2. Januar (Bückeburg ein Zentimeter). Vom 1. bis zum 4. Januar meldete die Stadt die einzigen Frosttage des Monats, darunter auch einen Tag mit Dauerfrost (Eistag). 15 Frost- und sechs Eistage wären für Januar normal gewesen. Kaum zu glauben: Das Monatsminimum betrug in Bückeburg (4. Januar) nur harmlose minus 2,9 Grad (!). Wärmste Tage waren der 19. und 20. Januar mit jeweils 11,8 Grad. Typisch für einen derart milden Winter sind Sturm und Regen, wovon wir wieder reichlich hatten. Bemerkenswert: Die Regenperiode vom 17. bis 21. Januar, die die Flüsse über die Ufer treten ließ und Felder und Wiesen in Seeenlandschaften verwandelte. Ursache war eine nahezu ortsfeste Luftmassengrenze über Norddeutschland, die kalte Meeresluft im Norden von subtropischer Warmluft im Süden trennte. Im Übergangsbereich der sehr unterschiedlichen Luftmassen entstanden intensive Regengebiete, die in rascher Folge von Nordwest nach Südosten über uns hinweg zogen. So meldete Bückeburg eine fünftägige Regensumme von 44,5 Liter/qm, was nahezu der normalen Monatsmenge entsprach. 17,6 Liter/qm kamen alleine am 19. Januar, dem stärksten Niederschlagstag, herunter. 88 Liter/qm waren es am Ende im ganzen Monat, womit der Januar im Schaumburger Land fast 100 Prozent zu nass ausfiel. Dass sich bei soviel Regen die Sonne zögerlich zeigte, liegt auf der Hand. Nur 27 Stunden lang schien sie in der Region Schaumburg, ein Drittel weniger als üblich. Viele fragen sich: Ist der Winter wenigstens im Februar noch zu retten? Statistisch gesehen sind die Chancen dafür eher schlecht, denn auf einen milden Januar folgt in der Regel auch ein zu warmer Februar. Grund ist die Erhaltungsneigung der Atmosphäre, die zwischen Januar und Februar besonders stark ist. Winterliche Episoden sind natürlich nicht ausgeschlossen. Die größte Neigung dazu besteht um die Monatsmitte. Unbegründet ist die Befürchtung, dass nach einem milden Februar herbe Spätfröste im März und April drohen. Dazu die Bauernregel: "Ist der Februar zu warm, friert man Ostern bis in den Darm." Richtig ist, dass nach einem zahmen Februar in zwei von drei Jahren März und April warm ausfallen.

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