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Mit dem Förster auf Entdeckungstour im Süntelwald

Der Wald steckt voller Geheimnisse

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der Klasse 3a der Grundschule Bad Münder

Bad Münder. Zur Verabredung mit dem Förster im Süntel ist die Klasse zu Fuß marschiert. Nach mehr als einer Stunde Marsch war vielen die Lust am Wald erst mal vergangen. Die kam aber schnell zurück, als nach dem Frühstück der Förster der Reihebürgerschaft Bad Münder, Siegfried Gonschorrek, und sein Schweißhund Brano das Kommando übernahmen. Zwei Stunden lang ging es quer durch den Wald. Dabei haben die Kinder ganz viel Neues und Überraschendes entdeckt und erfahren. Als Erstes entdeckten sie große Wurzelstücke, die wie Riesenbrokkoli im Wald herumlagen. Das waren die Reste von Bäumen, die der letzte Orkan „Niklas“ entwurzelt und umgeworfen hatte.

Gleich neben der Bergschmiede gibt es im Wald ein kleines Moorgebiet, in dem nur Bäume mit flachen Wurzeln gut wachsen können. Tiefe Wurzeln verfaulen im Moor und dann kippen die Bäume irgendwann um. Mit den vielen alten und bemoosten Baumresten sieht es dort ein bisschen wie im Zauberwald aus, und der Boden ist ganz weich vom Torf. Mittendrin im kleinen Moor ist eine Wildschweinsuhle, so nennt man die Badeanstalt für Wildschweine. Neben den vielen Trittsiegeln – so nennt man die Spuren von Tierfüßen – waren auch Rüsselabdrücke im Matsch zu sehen. Es gab auch ganz kleine Spuren von Frischlingen. Neben der Suhle steht ein kleiner Baum, dessen Rinde dunkel gefärbt und ganz zerkratzt ist. Dort hat ein Keiler sein Revier markiert. Die männlichen Wildschweine rubbeln erst den Schlamm am Baumstamm ab und stoßen dann mit ihren Eckzähnen in die Rinde und verteilen dabei Duftmarken. Dann wissen die anderen Wildschweine: hier ist ein anderes Revier. Rundherum war die Erde aufgewühlt. Die Wildschweine suchen mit ihrem Rüssel im Boden nach Käfern und Eicheln und pflügen dabei alles um.

Dann erlebte die 3a am eigenen Leib, wie man Fichten und Tannen unterscheidet („wenn’s sticht ist’s ’ne Ficht“), dass der Faulbaum seinen Namen vom Geruch der Rinde hat, dass man immer mit hohen Schritten von oben im Wald treten muss, weil man sich sonst total in den Brombeerranken verheddert und die Dornen dann wieder einzeln aus der Hose zupfen muss und wie man mit einem einfachen Meterstock die Höhe eines Baumes bestimmen kann. Ein besonderer Höhepunkt war ein Hügel mit mehreren Dachsbauten. Dachse haben gerne Nachbarschaft. Eine Höhle war sogar bewohnt. Das erkennt man daran, dass kein Laub im Eingang zur Höhle liegt. Dachse sind sehr ordentlich und fegen immer den Höhleneingang.

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In den anderen nicht gefegten Höhlen könnten Füchse oder Wildkatzen wohnen, erklärte der Förster. Auf dem Weg zum Quellbach wurde ein toter Maulwurf entdeckt und untersucht. Plötzlich kreiste ein Mäusebussard am Himmel. Am Bach konnten alle, die wollten, frisches klares Quellwasser trinken. An einer Schwarzspechthöhle vorbei ging es schließlich zurück zum Parkplatz an der Bergschmiede. Die Kinder bedankten sich bei Herrn Gonschorrek mit einem donnernden Applaus für die vielen tollen Dinge, die er ihnen gezeigt hatte.

Förster Siegfried Gonschorrek erklärt die Phänomene des Waldes (re.): zum Beispiel, dass die Knopsen des Faulbaums stinken (unten).



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