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Mikhail Ovtcharov arbeitet als Physiotherapeut in Bad Münder / „Dimas“ Siege am Fernseher verfolgt

Der Vater des deutschen Bronze-Erfolgs

Bad Münder (hzs). Die entscheidenden Momente hat Mikhail Ovtcharov ganz allein vor dem heimischen Fernseher verfolgt. „Ich habe das lieber ganz still für mich erlebt, nicht unter vielen Leuten“, erklärt der schmächtige, freundlich zurückhaltende, fast schüchtern wirkende Mann. Große Gefühlsausbrüche sind seine Sache nicht, dabei hätte er dazu allen Grund, bringt doch sein Sohn Dimitrij gleich zwei Bronzemedaillen mit nach Hause.

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Der vor seiner Teilnahme am olympischen Turnier in London in der Tischtennis-Weltrangliste auf Platz 12 und inzwischen auf 9 rangierende Dimitrij „Dima“ Ovtcharov hat dem deutschen Tischtennis einen historischen Tag beschert. Noch nie hat ein deutscher Tischtennisspieler bei olympischen Spielen gleich zwei Medaillen gewonnen. Dimitrij Ovtcharov hat diesen Traum mit dem dritten Platz im Einzel- und im Mannschaftswettbewerb wahr werden lassen.

„Nein, wir haben nicht gleich per Handy angerufen, denn er hat sicherlich in diesen Momenten viele E-Mails, Anrufe und SMS bekommen, da haben wir ihm erst einmal etwas Ruhe gelassen und später am Abend kurz mit ihm telefoniert“, berichtet Dimitrijs Vater. Dann aber habe es ein intensives, kurzes, sehr bewegendes Gespräch gegeben, sagt der 51-Jährige nicht ohne Rührung.

Tischtennis und Sport liegen bei den Ovtcharovs in der Familie. Der studierte Diplomsportlehrer aus Kiew war selbst Mitglied der ehemaligen sowjetischen Nationalmannschaft und 1982 sowjetischer Tischtennismeister. Zusammen mit seiner Frau Tatjana, die er 1987 heiratete, kam er 1992 nach Deutschland. „In Bückeburg habe ich Physiotherapeut gelernt und arbeite seit 1998 in Bad Münder im Physikalischen Therapiezentrum und in der Reha-Klinik am Deisterhang, erklärt er. Seine Frau ist als Sportlehrerin an der Christopherus-Schule in Elze angestellt.

Seinem Sohn, der am 2. September 24 Jahre alt wird, hat er den Tischtennissport mit in die Wiege gelegt, ihn in Tündern als Trainer durch alle Ligen bis in die Bundesliga begleitet. „Jetzt ist er Profi, lebt in Düsseldorf, trainiert am Deutschen Tischtennis-Zentrum und spielt für den russischen Meister und Champions-League-Sieger Orenburg.“

Auch nach Olympia wird bei den Ovtcharovs alles seinen gewohnten Gang weiter gehen, trotz vieler Glückwünsche im Kollegen- und Patientenkreis. „Sicher ist der Bekanntheitsgrad von Dimitrij gestiegen, aber es bleibt kaum Zeit zum Feiern: China Open, die Europameisterschaft in zwei Monaten in Dänemark, die Pro-Tour-Wettbewerbe, die Champions-League-Spiele, alles das steht noch bis November an“, so Mikhail Ovtcharov. Sein Sohn wird aus London direkt nach Düsseldorf zurückkehren und für Vater und Mutter geht die alltägliche Arbeit im Münderaner PTC am Kurpark wie gewohnt weiter.

Zweimal Bronze, ein toller Erfolg, aber viel Aufhebens macht Mikhail Ovtcharov davon nicht. Trotz dieser wahrhaft olympischen Bescheidenheit strahlt der stolze Vater dennoch von innen heraus vor Glück. Zu Recht, denn wer hat schon einen Sohn, der olympisches Edelmetall gleich im Doppelpack errungen hat.



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