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Steigende Besucherzahlen in Hameln, Rinteln, Bückeburg und Eilsen / Viele mit Fahrrad unterwegs

"Der Tourismus kennt keine Grenzen..."

Weserbergland (CK/rc/as/tw/crs). Der Tourismus im Weserbergland boomt. Allein im ersten Halbjahr 2007 hat der Dachverband "Weserbergland Tourismus e.V." mit Sitz in Hameln in den niedersächsischen Städten und Gemeinden der Region ein Plus von 2,8 Prozent bei den Übernachtungen verzeichnet - das entspricht etwa 50 000Übernachtungen. "Nach den Einbrüchen wegen der Gesundheitsreform ab 1997 haben wir uns konsolidiert", freut sich Geschäftsführerin Petra Wegener.

Radtouristen auf der Mindener Straße in Rinteln. Der Lückenschlu

Mit zu den positiven Zahlen hat nach ihrer Beobachtung beigetragen, dass sich das Weserbergland als Märchenstraße, mit Schlössertouren sowie Kanufahrten thematisch aufgestellt hat. Und verstärkt auf Aktivurlaub setzt, insbesondere mit dem Fahrrad. "Dadurch haben wir auch einen starken Zuwachs an Tagestouristen in den einzelnen Kommunen gehabt", sagt Wegener. Wobei eine Konkurrenz zwischen den verschiedenen Gemeinden ihrer Meinung nach nicht stattfinden muss. "Die Gäste sind heute mobil und wollen eine gesamte Region und nicht nur eine Stadt erkunden. So nimmt beispielsweise Hameln Bodenwerder keine Gäste weg und umgekehrt", glaubt Wegener. Wichtig sei allein, dass Gäste in die Region gelockt würden, viele davon als "Wiederholungstäter", die meisten aus dem Ruhrgebiet. Dazu diene auch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der TUI und das intensive Marketing, dass sich inzwischen auch auf die Niederlande erstrecke, aus denen allein acht Prozent aller Gäste kommen. Schlechtes Wetter spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle: "Wir haben viele Indoor-Angebote wie Schlösser oder Thermen. Und in der Region profitieren wir alle voneinander und sind heilfroh, dass wir, anders als im Harz, frühzeitig die richtigen Weichen gestellt haben", so Wegener. In Hameln als dem Herzstück des Weserberglandes steigen die Übernachtungszahlen. Wie Harald Wanger, Chef der Hameln Marketing und Tourismus GmbH erklärte, hat die HMT von Januar bis Juni trotz des schlechten Wetters ein Übernachtungsplus von 2,2 Prozent verzeichnet, bei den so genannten Ankünften sogar von 3,9 Prozent. Auch in Rinteln sieht es rosig aus mit dem Tourismus: Die Zahl derÜbernachtungen ist 2006 im Vergleich zum Vorjahr um beeindruckende 9,8 Prozent gestiegen. Die besten Monate liegen naturgemäß im Sommer mit 10 045Übernachtungen im Juli, gefolgt von Juni, August und September mit jeweils über 9000 Übernachtungen. "Fairerweise muss man sagen, dass die Zahlen stark vom Wetter abhängen", sagt Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz - denn mit dem Weserradweg, den Draisinen- und Kanu-Touren stellt die Stadt vor allem für Outdoor-Touristen ein attraktives Ziel dar. Um künftig auch in belegungsschwachen Zeiten Gäste in die Stadt zu holen, will Rinteln das Tourismus-Marketing in der neuen Kooperation mit Hessisch Oldendorf professionalisieren. "Das ist ein guter Einstieg, reicht aber noch nicht", will Buchholz langfristig weitere Partner mit ins Boot holen. Eine Zusammenarbeit sei dabei auch über Landesgrenzen hinweg denkbar: "Der Tourismus kennt keine Grenzen." Die neue Kooperation soll in ihrer Bündelungsfunktion für das operative Geschäft die Zielgruppenwerbung des Weserbergland Tourismus e.V. ergänzen, so Buchholz: "Konkurrenz wollen wir uns nicht machen." In Bückeburg zeigt sich der positive Trend ebenfalls. Trotz gesunkener Bettenzahl wegen mehrerer geschlossener Hotels wurden die Übernachtungszahlen in den ersten sieben Monaten fast stabil gehalten. Für die Monate August und September, für die noch keine statistisch verwertbaren Zahlen vorliegen, hat der Fachbereichsleiter Tourismus der Stadtverwaltung, Karl Fehring, ein "gutes, bis sehr gutes Gefühl". Auch die Besucherzahlen in den Besuchermagneten Schloss und Hubschraubermuseum seien im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Zahl der Teilnehmer an den Bückeburger Stadtführungen stieg um 15 Prozent. Optimistisch sieht Bernd Schönemann die Entwicklung der Tourismus-Zahlen in Eilsen: "Im Juli 2007 haben wir 17 133Übernachtungen registriert", bilanziert der Samtgemeindebürgermeister, in Personalunion auch Chef des Kur-& Verkehrsvereins, und rechnet vor: "Das ist ein Plus von 4,1 Prozentpunkten gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres." Der August 2007 sah dann nicht mehr ganz so gut aus. "Mit 16 830Übernachtungen lagen wir um 0,42 Prozentpunkten unter dem Wert vom August 2006." Zusammen genommen ergäben die beiden Sommermonate aber immer noch ein Plus von rund 3,7 Prozentpunkten. Schönemann hofft abschließend: "Wenn erst der neue, fabelhaft gestaltete Internet-Auftritt der Gemeinde Bad Eilsen zum Tragen kommt und die Tourist-Info die vom DTV aufgezeigten Empfehlungen beherzigt, werden wir bald noch besser dastehen."

Besuchermagnet Schloss Bückeburg. Foto: Archiv
  • Besuchermagnet Schloss Bückeburg. Foto: Archiv
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