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Heimische Wirtschaft fordert von der neuen Regierung Rahmenbedingungen für mehr Wachstum

Der Tag danach: Die Erwartungen sind hoch

Hameln-Pyrmont (CK). In der heimischen Wirtschaft wird das Ergebnis der Bundestagswahl vorwiegend positiv aufgenommen. Allerdings sind auch die Erwartungen an eine neue, bürgerliche Regierung hoch: „Ich erwarte, dass sie Rahmenbedingungen schafft, in denen unsere Unternehmen wirtschaftlich handeln können, damit wir Arbeitsplätze schaffen und erhalten“, sagt beispielsweise Dieter Mefus, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Unternehmen im Weserbergland (AdU).

„Wir hinken mit Wachstum hinterher“

Personen kommentiert der AdU „grundsätzlich nicht“, und so bleibt auch ein Kommentar von Mefus zu der Tatsache, dass mit Jutta Krellmann („Die Linke“) jetzt auch eine Gewerkschafterin die Region in Berlin repräsentiert, aus. „Es kommt einzig und allein darauf an, mit welchen Vorstellungen für ihren Wahlkreis unsere Abgeordneten nach Berlin gehen“, so Mefus diplomatisch.

Anders dagegen Kreishandwerksmeister Karl-Wilhelm Steinmann: Er findet es „schade“, dass künftig nur noch ein Mandatsträger aus den beiden großen Volksparteien das Weserbergland in Berlin vertritt. „Und ich sehe mit Sorge, dass die Richtung in Südniedersachsen nach links gegangen ist. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass wir mit Wachstum hinterherhinken“, sagt Steinmann.

Darüber, dass Gabriele Lösekrug-Möller den Wahlkreis 47 wieder direkt gewinnen konnte, freut sich Steinmann allerdings und bescheinigt der Sozialdemokratin, eine „kompetente Frau“ zu sein. Aber er freut sich nach eigener Aussage auch darüber, „dass künftig Kräfte regieren, die auf Wachstum setzen statt auf mehr Staat und Verteilung“. Denn nur durch Wachstum und Eigeninitiative könne die derzeitige Krise überwunden werden. Was die Erwartungen an die schwarz-gelbe Mehrheit angeht, so sieht der Kreishandwerksmeister nicht unbedingt die Notwendigkeit von Steuersenkungen, wie sie vor allem die FDP vor der Wahl propagiert hatte. „Wichtiger ist, dass Impulse gegeben werden für mehr Arbeitsplätze. Daran muss diese Regierung arbeiten, damit sich mehr Wirtschaftskraft entwickelt.“

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Dieter Mefus

„Ausgerechnet“ die FDP hat Stimmen gewonnen

Volker Eggers vom Hamelner DGB reagierte enttäuscht über die trotz der anhaltenden Krisensituation gesunkene Wahlbeteiligung. Als „besonders widersprüchlich“ bewertet er, dass ausgerechnet eine Partei wie die FDP, die seit Jahren Werte propagiere, die mit zu der Krise geführt hätten, bei dieser Wahl einen Stimmenzuwachs erhalten habe.

Eggers: „Der gesetzliche Mindestlohn war im Wahlkampf eines der meistdiskutierten Themen. Eine große Mehrheit der Bevölkerung hält ihn für erforderlich und stellt diese Anforderung auch an eine schwarz-gelbe Regierung.“ Die müsse jetzt alles tun, um Beschäftigung zu sichern und Arbeitnehmer vor drohender Armut zu bewahren. Schwarz-gelb werde die sozialen Fragen nicht einfach wegwischen können. Eggers: „Wer die sozialen Themen ignoriert, wird die Gesellschaft noch mehr spalten.“




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