weather-image
Nabu und Kreis initiieren Wiederansiedlungsprojekt in der Niederung

Der Steinkauz befindet sich auf dem "absteigenden Ast"

Bückeburg (bus). In der Bückeburger Niederung ist ein Projekt zum Abschluss gebracht worden, das die Wiederansiedlung des Steinkauzes zum Ziel hat. Die Gemeinschaftsaktion von Naturschutzbund (Nabu), Landkreis und dem AWO-Projekt Vornhagen beförderte insgesamt neun Niströhren an zuvor sorgsam ausgesuchte Standorte. "DerSteinkauz befindet sich auf dem absteigenden Ast", beschreibt Bruno Scheel mit einem passenden Bild den Anlass der Aktivität.

Martina Voigt (kleines Bild, v.l.), Bruno Scheel und Christian U

Der stellvertretende Vorsitzende des Nabu-Kreisverbandes zeichnete gemeinsam mit Martina Voigt vom Kreisamt für Naturschutz, Unterstützer Christian Uhlen und Frank Meier für die Realisierung der Planungen verantwortlich. Unter Meiers Leitung setzten Jugendliche vom AWO-Projekt die knifflig gestalteten Niströhren zusammen. Was Scheel ein besonderes Dankeschön wert war. Gleichzeitig sprach er den Landbesitzern und -pächtern der Niederung seinen Dank aus. Nicht eine der neun angesprochenen Personen habe die Zusammenarbeit verweigert. Der Steinkauz, dessen Ruf vom Volksmund als "komm mit" interpretiert und der deswegen seit dem Mittelalter als Todesbote gefürchtet wird, ist in seinem Bestand bundesweit stark bedroht. Nur etwa 6000 Paare, schätzen Experten, leben derzeit noch in Deutschland. Der Verlust von Nisthöhlen und Tagesverstecken, die Intensivierung der Landwirtschaft und ein womöglich durch Pestizid-Belastung bedingtes, verringertes Nahrungsangebot sowie zusätzliche Gefahren durch Fahrzeugverkehr und Verdrahtung der Landschaft gelten als Ursachen des Rückgangs. Der dämmerungs- und tagaktive Eulenvogel bevorzugt als Lebensraum eine grünlandreiche Landschaft, die durch alte, höhlenreiche Bäume, durch Hecken, Säume und Zäune gegliedert ist. Mitunter nisten Steinkauzpaare, die sich in der Regel ein Leben lang die Treue halten, auch in dunklen Nischen alter Gebäude. Eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden des geschickten Jägers bildet das Nahrungsangebot. Auf der Speisekarte stehen überwiegend Kleinsäuger und kleine Vögel. Ferner futtert der Steinkauz kleine Reptilien und Amphibien, manchmal auch einen Fisch sowie Insekten und Regenwürmer. "In Niedersachsen werden derzeit weniger als 150 Paare gezählt", erläutert Voigt. Und in Schaumburg sei der Steinkauz seit mehreren Jahren nicht mehr gesehen worden, ergänzt Scheel. Die Nabu-Aktion setze insbesondere auf einen im Umfeld des westfälischen Hille nachgewiesenen Bestand. NRW gilt mit etwa 5000 Paaren als Hochburg dieser Eulenart. Über die Erfolgsaussichten äußern sich die Aufsteller der Nisthilfen sehr zurückhaltend. Die Chancen auf eine Wiederansiedlung stünden aber so gut, dass sie einen Versuch allemal wert seien.

0000443467-12-gross.jpg


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt