weather-image
Peter Mönkeberg gibt seit Jahrzehnten Kurse / Großes Manko: zu wenig Schul-Schwimmunterricht

Der Schwimmmeister und seine Seepferdchen

Bad Münder (lil). „Schön die Ärmchen und Beinchen bewegen“, leitet Schwimmmeister Peter Mönkeberg (73) seine Schüler an. Noch tragen sie Schwimmflügel, aber das soll sich bald ändern: Nach ihrem rund dreiwöchigen Kurs wollen sie im Freibad Fischertal in Bakede ihr „Seepferdchen“ machen. Rund 600 Kindern, aber auch Erwachsenen, hat der Münderaner schon das Schwimmen beigebracht. Aber die Zeiten haben sich geändert, hat der 73-Jährige festgestellt, heute gibt es mehr Nichtschwimmer als früher.

270_008_5709665_lkbm_Schwimmkurs_Peter_Moenkeberg.jpg

Das Problem sieht Mönkeberg in den Schulen. „Es ist traurig, dass Schwimmunterricht kaum noch im Lehrplan erfasst ist.“ Auch im Elternhaus würden viele Kinder nicht mehr auf das Schwimme vorbereitet – oft aus Zeitmangel der Mütter und Väter, so der Schwimmmeister. „Ich kenne Kinder, die kriegen schon Bauchschmerzen, wenn sie nur Wasser sehen.“

Auch Heinrich Söfjer, der seit 1978 als Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Beber-Rohrsen-Bad Münder fungiert, hat beobachtet, dass die Schwimmfähigkeit der Kinder „etwas nachgelassen hat“. Grund: „Der Schwimmunterricht in den Schulen ist massiv zurückgegangen, was mit der Schließung vieler Bäder zusammenhängt“, so Söfjer. Am mangelnden Interesse im Elternhaus liege es nicht, ist der heimische DRLG-Chef überzeugt. „Mütter und Väter fördern ihre Kinder, gerade wenn es auf die Urlaubszeit zugeht.“

27 Jahre war der geprüfte Schwimmmeister Mönkeberg – „Ich darf ausbilden und einstellen“ – im Rohmelbad tätig. „Mit 62 wurde ich in Rente geschickt, jetzt bin ich hier leidenschaftlich gerne Aushilfe und gebe Schwimmkurse“, erzählt der 73-Jährige. Sobald ein Kind freiwillig ins Wasser springe, könne es schwimmen lernen. „Es wäre schön, wenn Kinder wasserfest sind, bevor sie in die Schule kommen“, ist Mönkeberg überzeugt.

„Wasserfest“ ist jetzt die sechsjährige Antonija – sie hat gestern ihr „Seepferdchen“ bestanden. „Meine Tochter kommt nach den Ferien zur Schule und wir fahren in den Urlaub – daher sollte sie schon schwimmen können“, erklärt Mutter Danijela Haler aus Bad Münder. „Sprung vom Beckenrand, 25 Meter schwimmen, einen Ring aus schultertiefem Wasser hochholen und mir die Baderegeln aufsagen – das ist für das Seepferdchen nötig“, erklärt Mönkeberg. Mit dem Schwimmen klappt es vor lauter Aufregung nicht auf Anhieb, aber die Sechjährige gibt nicht auf. Umso stolzer ist sie, als ihr der Schwimmmeister gratuliert und das Abzeichen für ihren Badeanzug überreicht. „Orden- und Ehrenzeichen werden links angenäht“, gibt Mönkeberg Mutter und Tochter noch mit auf den Weg.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt