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Warum sich der Grundpreis für Wasser in Niedernwöhren mehr als verdoppelt hat

Der Schluck aus der Pulle

Samtgemeinde Niedernwöhren. Der „Schluck aus der Pulle“ zählt zu den beliebtesten Sprachbildern, wenn es um Preiserhöhungen geht. Selten hat er wohl so gut gepasst wie im Falle der Wasserpreise in der Samtgemeinde Niedernwöhren. Dort liegt der Grundpreis für die Gemeinden Niedernwöhren, Wiedensahl, Meerbeck und Nordsehl seit dem 1. Januar bei 72 Euro im Jahr – statt wie bisher bei 27,60 Euro.

Autor:

Jan-Christoph Prüfer

Eine Leserin der Schaumburger Nachrichten fühlte sich überrumpelt. Zwar hatten die SN über eine Ratssitzung berichtet, in der Samtgemeindebürgermeister Marc Busse einen Preisanstieg von 25 Prozent verkündet hatte. Nach Angaben der Leserin steht ihren Mietern in Mittelbrink in der Gemeinde Niedernwöhren aber eine Erhöhung um 30 Prozent ins Haus. In einer E-Mail an die Redaktion klagt sie: „Den Wasserpreis konnten sie halten, aber beim Grundpreis haben sie zugelangt.“

Auf den ersten Blick stimmt das auch. Die Stadtwerke Schaumburg-Lippe haben zum Jahresbeginn die Grundpreise vereinheitlicht. In Bückeburg, Obernkirchen, Stadthagen und eben auch in der Samtgemeinde Niedernwöhren zahlen Kunden jetzt 72 Euro im Jahr. Ausnahmen sind Pollhagen und Lauenhagen, die zum Wasserverband Nordschaumburg zählen.

Der Anstieg fällt zum Beispiel auch in Obernkirchen (bisher 49,08 Euro) und Bückeburg (36,84 Euro) deftig aus. Am Härtesten hat es aber Niedernwöhren getroffen, wo der Preis bisher bei nicht einmal 30 Euro lag.

Den Grund dafür kennt der Leiter Vertragsabrechnung der Stadtwerke Schaumburg Lippe, Andreas Becker. In Niedernwöhren habe der bis 2002 verantwortliche „Wasserbeschaffungsverband Schaumburg-Lippische Kreidemulde“ den Grundpreis zuletzt in den achtziger Jahren angeglichen. „Seitdem ist so ziemlich alles teurer geworden“, erklärt Becker.

Aus Sicht der Stadtwerke handele es sich somit nicht so sehr um eine drastische Verteuerung. Becker: „Vorher war der Preis einfach extrem niedrig.“

Dass die Kundin in ihrer Rechnung einen um sogar 30 Prozent höheren Preis ausgemacht hat, begründet Becker mit Annahmen über den Verbrauch, der den Rechnungen zugrunde liegt. So sei die Verwaltung in Niedernwöhren wahrscheinlich von 150 Kubikmetern im Jahr ausgegangen – Becker zufolge die zu erwartende Menge eines Vier-Personen-Haushaltes.

Wer darunter liegt, zahlt prozentual mehr. Becker erklärt: Hätte jemand zum Beispiel null Verbrauch und würde nur den Grundpreis zahlen, entspreche das einer Preissteigerung von deutlich mehr als 100 Prozent.




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