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Feuerwehrleute wählen einstimmig Nils Adrian / Problem: Er wohnt in Liekwegen, nicht in Gelldorf

Der richtige Mann - aber am falschen Ort

Gelldorf (sig). Es gibt schon seltsame Dinge zwischen Himmel und Erde. Da tritt ein bewährter Ortsbrandmeister Ende März von seinem Amt zurück, weil er beruflich viel in ganz Deutschland unterwegs ist und mit 59 Jahren ohnehin bald die Altersgrenze erreicht hat. Der 29-jährige Nils Adrian wird von den Feuerwehrleuten einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt, aber es ist dennoch nicht sicher, ob er dieses Amt antreten kann. Der Hinderungsgrund: Er hat seinen Wohnsitz in Liekwegen, das zu Nienstädt gehört, und nicht in Gelldorf.

Nils Adrian

Nils Adrian ist zurzeit Hauptfeuerwehrmann und kann nach dem Ablegen der Zugführerprüfung problemlos bis zum Oberbrandmeister aufsteigen. Das örtliche Feuerwehrkommando, Ortsbürgermeister und Ortsrat sind froh, einen geeigneten Nachfolger gefunden zu haben. Und auch der Stadtbrandmeister freut sich über eine verantwortungsvoll handelnde junge Führungskraft. Auch bei der Wahl ist alles mit rechten Dingen zugegangen, wie das vom Niedersächsischen Brandschutzgesetz im Paragraph 13/2 gefordert wird. Aber bei der Gelldorfer Feuerwehr befürchtet man, dass das alles nicht hilft, wenn Nils Adrian seinen Wohnsitz in Liekwegen behält. Ein Ehrenbeamter müsse im Gemeindebereich wohnen. Denn das Niedersächsische Brandschutzgesetz besagt, dass nur Gemeindeeinwohner aktives Mitglied der jeweiligen Ortswehr werden können. Für den Leiter des für die Feuerwehren zuständigen Fachbereiches, Bernhard Watermann, ist zunächst die Tatsache wichtig, dass Nils Adrian nur in einer Feuerwehr aktiv Dienst leistet - und das ist Gelldorf. Zusammen mit dem Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote will er sich um eine Lösung bemühen, die der Ernennung von Nils Adrian zum Gelldorfer Wehrführer nicht im Wege stehen. "Schließlich sind wir froh, dass eine solche Führungskraft gefunden wurde, die auch für die Mitarbeit auf der Ebene des Stadtkommandos für uns wichtig werden kann", so Groth. "Die Wohnortfrage war durchaus ein Thema", erklärt Bernhard Gläser als bisheriger Ortsbrandmeister. So ganz eindeutig sei das Brandschutzgesetz in dieser Frage nicht, aber man habe dennoch bei der Feuerwehrunfallkasse und bei der Stadt Obernkirchen nachgefragt, denn Feuerwehrmann könne nur werden, wer auch Einwohner sei. Allerdings, so Watermann, würden die diversen Kommentierungen dieser Vorschrift durchaus Schlupflöcher lassen. Eins soll genutzt werden: Wenn Adrian in Gelldorf einen zweiten Wohnsitz anmelde, sei das Thema vom Tisch. Das sieht auch Gläser so. Und merkt an: "Wir werden das hinkriegen."

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