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Bela B. begeistert 600 Fans im Capitol mit Country-Projekt

Der Punk bleibt diesmal vor der Saloon-Tür

In der operationsfreien Zeit widmen sich die Bandmitglieder der Ärzte bekannterweise mit viel Hingabe ihren Soloprojekten. So rast Farin Urlaub mit seinem „Racing Team“ durch die Konzerthallen, Bassist Rodrigo González bearbeitet unter anderem bei „Abwärts“ den Viersaiter, während sich der stehend spielende Drummer Bela B. zurzeit mit der Countryband „Smokestack Lightnin“ auf Deutschland-Tour befindet.

Sonst mit der besten Band der Welt in großen Hallen unterwegs, gibt sich Dirk Albert Felsenheimer, so Bela B.’s bürgerlicher Name, mit seinem Soloprojekt eher bescheiden. 600 waren ins Capitol gepilgert, viele in Ärzte-T-Shirts, um den Sänger mit seiner neuen Lieblingsband live zu erleben. Die Hoffnung, den einen oder anderen Ärzte-Song zu hören, erfüllt sich jedoch nur zu Beginn des Konzerts. Nach „Lee Hazelwood & das erste Lied des Tages“, gibt’s im Twist/Country-Stil den Song „Manchmal haben Frauen...“ – das war’s dann auch in Sachen Ärzte.

Die schmachtenden Blicke der weiblichen Anhängerschaft in den vorderen Reihen nimmt Bela B. gern entgegen, denn ohne Zweifel kann der 51-Jährige an diesem Abend auf seinen Ärzte-Bonus zurückgreifen.

Das Country-Konzept funktioniert gut, der gebürtige Berliner geht von Song zu Song mehr in seinem neuen Projekt auf. Begleitet wird er von der Band „Smokestack Lightnin“, die in Sachen Country/Rockabilly schon seit geraumer Zeit unterwegs ist. Vervollständigt wird das Line Up noch durch die Sängerin Peta Devlin und Lynda Kay, die als Support im 60er-Outfit mit spektakulärer Föhnfrisur über die Bühne hüpft und Coversongs wie „ I Put A Spell On You“ und „Shakin‘ All Over“ singt.

Die Fans scheinen Bela B.’s heimliche Liebe zur Countrymusik zu teilen, zeigen sich insbesondere bei Songs wie „Wenn das mal Liebe wird“ oder „Peng!“ absolut textsicher. Es wird geschunkelt, getanzt und fleißig mitgesungen – und das bei gefühlten Saunatemperaturen von 60 Grad. Ein bisschen wie Johnny Cash gibt „B. B.“ in seinem goldbraunen Countryhemd, als er sich zu vielen Songs lässig seine akustische Gibson-Gitarre über die Schulter hängt.

Verfeinert wird die durchgestylte Show mit einigen Songs aus seinen Alben „Bingo“ (2006) und „Code B“ (2009 – dazu Coverversionen von Loretta Lynn und The Human League. Der Gesamt-Mix aus Sixties, Country und Rockabilly geht an diesem Abend auf – der Punk bleibt diesmal vor der Saloon-Tür.

Mit „Lee Hazelwood & das erste Lied des Tages“ eröffnete Bela B. sein Konzert.




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